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Das ganze Leben ist ein Businessplan"

Das behauptet Eva Ihnenfeldt (52), die seit vielen Jahren Menschen begleitet, die sich in einem beruflichen Veränderungsprozess befinden. Der Businessplan, den sie mit diesen Menschen gemeinsam erarbeitet, lässt sich auch ins Privatleben übertragen - jede bewusste Zielverwirklichung ist ähnlich aufgebaut wie ein Businessplan bei der Existenzgründung.

Der Inhaberin der Kommunikations-Agentur „SteadyNews“ aus Dortmund kam diese Erkenntnis eines Morgens im Bad beim Schminken: “Ich bereitete mich auf eine wichtige Veranstaltung vor – auf die Moderation des Internationalen Tags der Leitlinien bei der Telekom. Während ich mich wie ein Schauspieler für einen Auftritt präparierte, hörte ich die Morgenandacht im Radio. Die Pfarrerin sprach zu einem Thema, das ich vergessen habe - aber der Aufbau war so interessant! Zuerst nannte sie ein wünschenswertes Ziel, dann beschrieb sie die bestehende Ausgangslage. Anschließend definierte sie die Lösung für das Problem und entwickelte eine Strategie - und am Schluss zählte sie konkrete Maßnahmen auf, mit denen man dieses Ziel erreichen konnte. Ich war verblüfft, die Predigt war tatsächlich aufgebaut wie ein Businessplan!“

Im Laufe ihrer Selbstständigkeit hat Ihnenfeldt Hunderte von Existenzgründern begleitet - darunter viele Frauen. Doch seit diesem denkwürdigen Morgen erweiterte sie ganz bewusst ihr Geschäftsfeld. Heute kommen auch Angestellte zu ihr, Mütter und Unternehmer, die sich neu aufstellen wollen oder müssen. „Entscheidend ist, dass man herausbekommt, was man wirklich will“, sagt die Unternehmerin. Studien zufolge sind es nur etwa 20 Prozent der Menschen, die selbst einen Plan für ihr Glück machen. Die meisten lassen sich vom Schicksal leiten und treffen nie wirklich selbst eine Wahl. Das bedauert Ihnenfeldt, denn eigentlich könnte jeder seines Glückes Schmied sein – so banal das auch klingen mag. Es ist dieses Bedauern, dass sie oft gerade bei Menschen im fortgeschrittenen Alter feststellen konnte: „Hätte ich doch mal ...“. Aber für eine bewusste Veränderung ist es nie zu spät.

Das eigene Ziel findet man heraus, wenn man die eigenen Stärken und Erfolge auflistet: Wann war ich besonders stolz auf mich? Was waren meine größten Erfolge? In welcher Umgebung kann ich am mich am besten entfalten? Was brauche ich, um mich harmonisch, glücklich, stark und ganz zu fühlen? Im nächsten Schritt ist Vorstellungskraft gefragt. Ich muss mir genau vorstellen können, wie ich in drei Jahren leben will. Ich schreibe auf, wo genau ich leben will, mit wem, was ich arbeite, worauf ich besonders stolz sein werde und wie in drei Jahren meine finanzielle Situation aussieht. Dieser Schritt ist unglaublich wirkungsvoll. Wir entwerfen Bilder, und je farbiger und realistischer diese Bilder sind, desto leichter wird es später, den Traum umzusetzen - wir werden Meister unseres eigenen Lebens. Im Weiteren geht es vor allem darum, ins Tun zu kommen. Die schönsten Vorstellungen nutzen nichts, wenn man sie nicht durch Handeln mit Leben füllt. Doch gerade diese Arbeit macht besonders viel Freude: Was kann ich ganz konkret tun, um mein Ziel zu erreichen? Spezifisch, nachprüfbar, terminiert. So bekommt der Plan Hand und Fuß - und wird durch Erfolg belohnt. Es funktioniert tatsächlich.

Ihnenfeldt nennt ein Beispiel: Edeltraut Schmidt war 50, als sie arbeitslos wurde, das ist nun über drei Jahre her. Statt mit dem Schicksal zu hadern, fasste sie einen Plan: „Jetzt reicht‘s - ich mach mich selbstständig“. In ihrem Einfamilienhaus in Witten gründete sie eine Gardinennäherei und ließ sich durch Eva Ihnenfeldt beim Aufbau des kleinen Unternehmens unterstützen. Heute ist Edeltraut Schmidt nicht nur erfolgreich, sondern auch ganz schön glücklich. Sie kann selbst bestimmen, wann, wie und mit welchen Kunden sie arbeitet und da sie sehr tüchtig und zuverlässig ist, bleiben die Kunden ihr treu und empfehlen sie weiter. Die selbstbewusste Frau beschreibt ihren Weg folgendermaßen: „Es geht ständig aufwärts - man muss sich eben bemühen. Zuerst kleine Brötchen backen, dann große. Und immer am Ball bleiben!“

Da ist dann noch die leitende Angestellte, die gemeinsam mit Ihnenfeldt einen „Plan B“ ausgearbeitet hat, und diese berufliche Alternative ausgesprochen nervenberuhigend findet.Und da ist die junge Mutter, die mit zwei kleinen Kindern eine Strategie entwickelt, wie sie später mit anderen Müttern eine PR-Agentur aufbaut - so dass Beruf und Familie gut zu vereinbaren sind.

Das ganze Leben ist ein Businessplan“ - ob es ein neues Auto ist, ein Umzug, eine Familienfeier oder eine bedeutende Lebensänderung, das Prinzip bleibt immer gleich: Bewusstheit ins Ziel bringen, Fakten sammeln, Strategie festlegen und Maßnahmen planen. Wer das gelernt hat, der steht den Herausforderungen des Lebens autark und selbstbewusst gegenüber.

Ausgabe 11 - 2011

 

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