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Woman In The City Covershootings in den Smile Studios Bochum

Der Flirt mit der Kamera

 

Der diesjährige Woman In The City Wettbewerb „Das Gesicht 2010“ brachte drei Preisträgerinnen hervor – Aneta Beska (39) aus Schwerte, Gewinnerin in der Kategorie Ü 35, war im November das Covergirl. Nun wurden auch Jaqueline Wagener (18) ebenfalls aus Schwerte und die Düsseldorferin Delila Zöllner (29) aus Düsseldorf, Gewinnerinnen in der Kategorie U35 und U25, in den Smile Studios für die Titelseite der beiden Regionalausgaben im Dezember abgelichtet. Tagtäglich lächeln uns attraktive Gesichter entgegen: von Plakaten, City Light Postern und Zeitschriften, sie strahlen uns von Katalogen, Prospekten und Verpackungen an und werben für dieses und jenes. Bis das perfekte Bild im Kasten ist, können manchmal Stunden vergehen. Aber bevor das Shooting starten kann, sind einige Vorbereitungen nötig. Während Beauty-Fotograf Paul sein Equipment im Studio positioniert und prüft, nimmt Stylist Amin konzentriert seine Arbeit an Delila auf. „Es ist mehr ein Modellieren, als ein Schminken, man muss sehr auf die Gesichtszüge, auf die Lippen- und Augenkonturen achten, da es sich bei dem Shooting um Nahaufnahmen handelt“, erklärt Amin seine Präzisionsarbeit. Delilas Make-up wird typ- und trendgerecht gestaltet – trendgerecht heißt in dieser Saison, dass entweder die Lippen oder die Augen betont werden. Bei Delila sind es eindeutig die vollen Lippen, die der Stylist in den Fokus rückt. Virtuos arbeitetet er mit Farben, Pinseln und Puder.

Nach fast 30-minütiger Arbeit ist das Foto-Make-up fertig. Es wirkt sehr matt und das soll auch so sein. Ganz anders als bei einem Party-Make-up darf hier nichts glitzern. „Glitzer- und Glimmerprodukte finden beim Covershooting nicht unbedingt Verwendung“, erläutert Amin. „Und es ist ein Unterschied, ob ich ein Make-up für die Themen „Fashion“, „Business“ oder „Haute Couture“ realisiere“, so der Stylist weiter. Ansonsten lässt er sich nicht in die Karten schauen, aber man fragt einen Künstler ja auch nicht, warum er das Haus rechts im Bild gerade blau gemalt hat. Nun hat Delila ihr Date mit der Kamera und Jaqueline nimmt ihren Platz bei Amin ein. Paul schießt einige Bilder zum Warmwerden. Dann werden die ersten Posen probiert. „Das Shooting wird vielleicht eine Stunde dauern“, sagt Paul. Es braucht seine Zeit, bis sich Model und Fotograf „warm gelaufen haben“. Und die Dauer des Shootings ist auch davon abhängig, wie viel Kameraerfahrung ein Model mitbringt. Die oft zitierte Schokoladenseite hält Paul für eher für einen Mythos: „Es gibt sie – manchmal“. Um das perfekte Foto zu haben, müssen oft 60 bis 70 Fotos gemacht werden, aber auch 20 können reichen. Manche Fotografen schießen 300 Bilder. „Ich denke, das ist Unsinn – insbesondere, wenn die 300 Bilder alle mehr oder weniger gleich aussehen“, erklärt der Beauty-Fotograf. Als wir später die Fotos von Delila durchgehen, fällt die Auswahl schwer. Und dann ist es das aller erste Foto, für das wir uns als Titelbild entscheiden. Das aus der Aufwärmphase. Und Paul fragt sich, warum er die anderen 60 Bilder gemacht hat. Auch dort sind tolle Bilder dabei – mit einem anderen Ausdruck, mit einer anderen Aussage.

Jaqueline trägt nun auch ihr Foto-Make-up. Es ist etwas kühl im Studio. Sie steht auf einer Decke damit die Füße nicht kalt werden und blickt mit ihren großen Augen erwartungsvoll in die Kamera. Die ersten Fotos haben etwas von Passbildern. Eher statisch. Hübsch aber langweilig. „Beweg’ dich! Flirte mit der Kamera! Tanze!“ Jaqueline tanzt, beugt sich vor, wirft die Haare zurück. Vielleicht besser mit Jacke? Es ist ja die Ausgabe Dezember. Könnte besser passen. Kragen hoch. Kragen runter. Paul macht Fotos, stoppt, drapiert die Jacke, streicht Jaqueline die Haare aus dem Gesicht, schießt wieder ein paar Bilder, sagt, sie solle die Jacke nicht so verkrampft festhalten, da sonst die Knöchel so weiß hervortreten. Ganz locker bleiben! Vielleicht ein paar Bilder aus der Drehung heraus? Oder doch ohne Jacke? Der Kragen ist so doof. Zumindest für die Fotos. Der letzte Akt. Paul holt einen Barhocker. Jaqueline stützt sich auf, lächelt ihr „Jaqueline-Lächeln“ mit den Blend-a-med weißen, geraden Zähnen und den großen Augen. „Das ist es!“, ruft Paul, fingert die Chipkarte aus der Kamera und läuft zum Rechner. Erwartungsvoll sehen wir uns die vielleicht 70 Bilder an. Es gibt ja so Frauen, die einfach immer hübsch aussehen. So eine ist Jaqueline. Selbst wenn sie zwischendurch mal etwas müde in die Kamera blickt. Zwei Bilder sind schließlich in der Endauswahl. Während das eine Foto pure Lebensfreude ausdrückt – es ist das Bild, bei dem Paul sagte: „Das ist es“ – drückt das andere, wie er findet, eine leichte Arroganz aus. Aber Jaqueline soll selbst entscheiden. Schließlich ist man ja nur einmal das Woman In The City „Titelmädchen“. Sie wählt die pure Lebensfreude. Eine gute Entscheidung. (ke)

Ein Cover- bzw. Portrait-Shooting mit Profi-Make-up ist übrigens auch käuflich – nicht nur, aber auch zum Weihnachtsfest. Infos unter www.smile-studios.de

Ausgabe 12 - 2010

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009