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Mit Erfolg zurück in den Beruf durch professionelles Coaching

Spätestens wenn die Kinder ins schulpflichtige Alter kommen, wünschen sich viele Mütter eine Rückkehr in ihren Beruf. Teilzeitstellen stehen dabei auf der Wunschliste ganz vorn. Die bittere Erfahrung, dass der Wiedereinstieg ins Berufsleben doch nicht so einfach ist wie gedacht, machte auch die Düsseldorferin Bettina Schulte*. Nach gut sechsjähriger Babypause möchte die zweifache Mutter wieder in ihrem Beruf als Bilanzbuchhalterin arbeiten. Ihr Sohn Leon (7) geht zur Schule, für Töchterchen Lena (3) hat sie einen Platz in einer Kita gefunden. Bettinas alte Firma, ein mittelständisches Unternehmen, in dem sie auch ihre kaufmännische Ausbildung absolvierte, existiert nicht mehr.

"Da man ja nie weiß, was die Zukunft bringt und nach dem aktuellen Scheidungsrecht jeder für sich selbst sorgen muss, ist es mir existentiell wichtig, wieder zu arbeiten – zunächst Teilzeit und später, wenn auch die Kleine zur Schule geht, vielleicht wieder Vollzeit", erklärt die zierliche Frau. Dass sich die Stellensuche jedoch als Bewerbungsmarathon und nervliche Zerreißprobe entpuppen würde, damit hat sie nicht gerechnet. Insbesondere, da man ihr bei der Agentur für Arbeit versichert, dass es mit ihrer Qualifikation überhaupt kein Problem sei, eine Stelle zu finden und der Arbeitsmarkt hier auch noch gut aussehe. Aber um einen Job müsse sie sich schon selbst bemühen, denn sie habe mehr als 700 Kunden und könne sich nicht um jeden Einzelnen kümmern, erklärt die Beraterin und drückt ihr Dutzende Formulare und Infobroschüren in die Hand. In den nächsten zwölf Monaten studiert Bettina Stellenanzeigen in den Tageszeitungen, stellt ihr Profil auf diverse Jobbörsen im Internet ein und schreibt rund 120 Bewerbungen. Nur dreimal wird sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen und erhält jedes Mal eine Absage. Von der Agentur für Arbeit kommt immerhin ein Stellenangebot – leider 130 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt. "Das Schlimme sind die Selbstzweifel, die mit jeder Absage größer werden", erinnert sich Bettina. "Ich habe sogar bei den Unternehmen angerufen und gefragt, warum man sich gegen mich entschieden hat, bekam aber nur ausweichende Antworten. Mein Mann sagt nur, ich solle mir das nicht so zu Herzen nehmen. Schließlich müsse ich doch nicht unbedingt arbeiten. Da kann ich nur die Augen verdrehen, denn auch in seiner Firma werden Stellen abgebaut", erzählt Bettina. Die ehemalige, geprüfte Bilanzbuchhalterin ist frustriert und von Existenzängsten geplagt: "Mir läuft einfach die Zeit davon. Mit zunehmendem Alter wird es ja nicht einfacher, einen Job zu finden." Eine Freundin gibt ihr den Tipp, es mal mit einem Coach zu versuchen.

Blick über den beruflichen Tellerrand

Unter dem Begriff "Coaching" liefert "Google" allerdings über 54 Millionen Einträge. Wer einen qualifizierten und seriösen Coach sucht, ist gut beraten, diesen über einen Berufsverband, wie etwa dem dvct (Deutscher Verband für Coaching und Training) zu suchen. Die dort organisierten Mitglieder müssen sich an vorgegebene Richtlinien halten.

So findet Bettina Schulte auch ihren Coach, den Düsseldorfer Diplom-Ökonomen Lutz Gessner – einen der drei Köpfe des LHG-Beratungsteams. "Fragwürdige Verträge über Stundenkontingente, die mit einigen Tausend Euro zu Buche schlagen, gibt es bei uns nicht", erläutert Gessner. Im kostenlosen Erstgespräch empfiehlt der Coach anhand von Erfahrungswerten eine Stundenzahl, im Durchschnitt sind das 8-10 Stunden, abhängig vom Verlauf. Stimmt auch die Chemie zwischen Coach und Coachee, so wird eine Vereinbarung ausgefertigt, die der Coachee jedoch auch vorzeitig beenden kann – zum Beispiel wenn die vereinbarte Stundenzahl nicht benötigt wird. Die Chemie zwischen Coach Lutz Gessner und Coachee Bettina Schulte stimmt und so folgen dem Erstgespräch auch weitere. Zunächst wird das Ziel definiert – im Fall Bettina, einen passenden Job zu bekommen. Die Beratungs- und Coaching-Leistung des LHG-Beratungsteams fußt auf einem modularen Konzept, beginnend mit der vergangenheitsbezogenen Ist-Analyse der gegenwärtigen Situation. Über Standortbestimmung sowie Stärken-Schwächen-Analyse geht es zur Entwicklung und Priorisierung individueller Ziele. Im vierten Modul steht die Umsetzung, also die Realisierung der individuellen Zielvorstellungen. Bettina wünscht sich einen Teilzeitjob in der Bilanzbuchhaltung, damit genügend Zeit für die Familie bleibt. Sie hat langjährige Berufserfahrung und ist gut qualifiziert. Gemeinsam werden nun aussagefähige Bewerbungsunterlagen, sowohl für den klassischen, als auch für den Versand per E-mail erstellt. Dann wird die Bewerbungsstrategie festgelegt. "Hier gibt es mehrer Möglichkeiten", erläutert Gessner, "die Reaktion auf Stellenanzeigen von Unternehmen, die Initiativ-Bewerbung, das eigene Stellengesuch und die Suche über Recruiter oder Headhunter – Mittler, die für Unternehmen im konkreten Auftragsfall das passende Personal suchen. Aus Datenschutzgründen erfolgt die Aufnahme in die Datenbanken der Recruiter stets in Abstimmung mit dem Coachee. Dann wird eine Zielfirmenliste erstellt, die da heißt, "wer kann das gebrauchen, was ich kann?" "Oftmals weiß man ja gar nicht was man alles kann", so der Coach. Da schlummern brachliegende Potentiale und ungenutzte Talente in den Bewerbern, die noch ganz andere, neue berufliche Perspektiven bieten. Um diese zu entdecken, nutzt das LHG-Beratungsteam verschiedenen Testverfahren aus der Eignungsdiagnostik. So auch bei Bettina. Neben ihren mathematischen Fähigkeiten ist bei ihr auch die soziale Komponente stark ausgeprägt. Sie hat ein gutes Händchen für Kinder und Jugendliche. "Ob sie sich auch vorstellen könne, im Bildungssektor, beispielsweise bei Nachhilfeinstituten oder Weiterbildungseinrichtungen tätig zu sein? Oder bei einer Einrichtung, die Menschen berät, die in Finanznot geraten sind?" "Ein weiblicher Zwegat?", fragt Bettina belustigt. Eine interessante Idee, daran habe sie noch gar nicht gedacht. Der Coach hilft also auch beim Blick über den beruflichen Tellerrand. So erarbeiten Coach und Coachee alternative Möglichkeiten zum Wiedereinstieg.

Nur keine weitschweifigen Geschichten

Das Vorstellungsgespräch wird in Rollenspielen trainiert. Vielleicht hat Bettina sich in ihren vergangenen Gesprächen einfach zu schlecht verkauft? Im Training geht es um die Selbstdarstellung, um ein sicheres Auftreten, überhaupt um Selbstsicherheit, und um Sprechweisen. "Ein Kardinalfehler in Vorstellungsgesprächen ist zum Beispiel, weitschweifige Geschichten zu erzählen oder in endlos langen Sätzen zu antworten", verrät Gessner, der selbst viele Jahre als "Personaler" großer Unternehmen auf der anderen Seite des Schreibtisches saß. Wem bei Vorstellungsgesprächen der kalte Schweiß ausbricht, dem empfiehlt der Coach das Seminar "Keine Angst vor der Angst", um das Angstpotential in Mutpotential zu drehen. Der Coach weist auch Wege in die positive Sichtweise, so dass eine Absage nicht mehr als persönliche Wertung betrachtet wird. Die Erstellung eines Erfahrungskontos hilft dabei, beim nächsten Gespräch nicht die gleichen Fehler zu machen, wie im vorherigen.

Das LHG-Team unterstützt jedoch nicht nur Personen bei der Jobsuche oder beim -wechsel, sondern berät auch Unternehmen in Sachen Personal. Damit nimmt die LHG-Beratung eine Schnittstellenfunktion zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein. Bei Bettina Schulte eine äußerst glückliche Fügung, sagt die Dortmunder Diplom-Kauffrau Barbara Meurer und zweite im Bunde des Coaching-Teams. Wir berieten gerade eine Weiterbildungseinrichtung, die genau so jemanden suchte, auf den das Profil von Bettina passte. Nur kurze Zeit später hat

Bettina Schulte ihr Vorstellungsgespräch. Barbara Meurer begleitet sie zum Termin. So gestärkt, kann sie im Gespräch mit der Geschäftsführung überzeugen und bekommt tatsächlich den lang ersehnten Job in einer Weiterbildungseinrichtung für junge Erwachsene. Damit ist das Coaching jedoch noch nicht vorbei. Idealerweise gibt es ein nächstes Gespräch am ersten Arbeitstag, denn Bettina muss die ersten kritischen 100 Tage gut überstehen. Es geht nicht nur darum, sich in ein neues Aufgabengebiet einzuarbeiten, sondern auch um das soziale Netzwerk im Unternehmen. "Kommt eine neue Mitarbeiterin in die Firma, dann wird sie von den Kollegen erst mal auf Herz und Nieren gestestet, bestätigt die Bochumerin Almut Baston, die Dritte im LHG-Team. Da ist vielleicht der Kollege, der gleich zutraulich wird, die Kollegin, die sofort versucht, die neue Mitarbeiterin für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Vielleicht ist der Chef ein ausgemachter Choleriker. Auch damit muss man umgehen können. Für Bettina läuft jedoch alles gut. In der Probezeit trifft sie ihren Coach nur noch alle 14 Tage. Sie hat ihr Erfahrungskonto weitergeführt und kann nun das eine oder andere Problem reflektieren und mit ihm besprechen. Bettina hat nicht nur einen neuen Job, der ihr sehr viel Spaß macht, sie hat auch den oft schwierigen Spagat zwischen Kind und Beruf gemeistert. Und nicht zuletzt ihr Selbstvertrauen wiedererlangt. So denkt sie gerade darüber nach, zusätzlich noch als Dozentin bei einem anderen Bildungsträger tätig zu werden und Kurse in Rechnungswesen zu geben.

TIPP:

Die Honorarsätze für eine Beratung liegen zwischen 70 und 200 Euro für jeweils 60 bis 90 Minuten. Wird eine ordnungsgemäße Rechnung ausgestellt, kann diese steuerlich geltend gemacht werden. Bevor man sich für einen Coach entscheidet, sollte man Werdegang und Qualifikation des Coaches kritisch hinterfragen.

Ausgabe 06-2010 

 

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