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Gemeinsam vom Mond zu den Sternen

Samira Calder und Josefine Voß lernten sich in der Christian Stratmann-Akademie kennen. Jetzt sprechen die Jung-Darstellerinnen der Wanne-Eickeler Kammerspielchen an deutschen Schauspielschulen vor. Ohne Flips und Zunge: Bei ihrem Kuss auf der Bühne der Wanne-Eickeler Kammspielchen kommen sich Josefine Voß und Samira Calder alias "Emma Montakowski" und "Diana ‚Libuda’ Friedmann" sehr nahe. Da gilt es, Ruhe zu bewahren und gewisse Regeln einzuhalten. Regisseur Thomas Rech riet ihnen deshalb: "Esst vorher keine Flips. Und die Zunge bleibt drin, wenn nicht anders verabredet." Für die beiden Jung-Schauspielerinnen kein Problem. "Wir haben das einfach gemacht", sagen Josefine (19) und Samira (22) wie aus einem Mund.

Die beiden Talente kamen durch die Christian Stratmann-Akademie in Kontakt mit der Mondpalast-Familie. Weil sie großes Talent in den Schauspielworkshops zeigten, holte sie Akademieleiter und Regisseur Thomas Rech auf die Bühne der im November 2009 eröffneten Wanne-Eickeler Kammerspielchen. Die Nervosität, die beide vor der Premiere verrückt gemacht hatte, ist längst verflogen – die Spielfreude aber geblieben. "Wir möchten das Publikum jeden Abend begeistern", so die quirlige Josefine, und ergänzt, "wenn ich beim Applaus ein ehrliches Lachen in den Gesichtern der Gäste sehe, ist das echt toll."

Libuda und ich

In "Frau Piesewotzki, Libuda und ich", der Fortsetzung der beliebten Mondpalast-Fußballkomödie "Ronaldo & Julia", spielen beide ein lesbisches Liebespaar. Für die Toleranzgrenze von Emmas Komödieneltern Roland "Ronaldo" und Julia (Rainer Besel und Susanne Fernkorn) ist das eine echte Zerreißprobe. Und wenn dann auch noch die nervige Vermieterin Frau Piesewotzki alias Astrid Breidbach dazwischen funkt, geht es hoch her auf der kleinen Bühne der Kammerspielchen.

Hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen der frechen Ruhrgebietskomödie zwischen Schalke 04, Borussia Dortmund und der SG Wattenscheid 09 ist die Atmosphäre aber eine ganz andere. Josefine und Samira fühlen sich in dem erfahrenen Team ihres ersten Engagements sehr wohl. "Wir werden hier nicht wie Küken behandelt", freut sich Josefine. Und Samira bestätigt, "die anderen vertrauen darauf, dass Thomas weiß, was er tut, wenn er uns engagiert."

"Das will ich"

Entdeckt hat der Intendant der Kammerspielchen die beiden in der Schauspielakademie von Mondpalast-Prinzipal Christian Stratmann. Josefine Voß hatte die Teilnahme an der Sommerakademie 2008 von ihren Eltern geschenkt bekommen. In dem fünftägigen Intensiv-Workshop tanzte die gebürtige Dorstenerin barfuß über die Bühne, sang mit Mondpalast-Star Axel Schönnenberg und übte mit Ute Schütgens, der Domina aus "Flurwoche", das richtige Atmen. "Ich war noch nie glücklicher", sagt die leidenschaftliche Sängerin und Schauspielerin heute. "Ich wusste direkt: Das will ich."

Zur Vorbereitung

Für sie und sechs weitere Akademieteilnehmer, die im Schauspiel nicht nur Hobby, sondern Berufung sahen, gründeten Thomas und Denise Rech die erste Vorbereitungsklasse der Christian Stratmann-Akademie. Als siebte stieß wenig später Samira Calder dazu. Die Tochter einer Primaballerina hatte zu diesem Zeitpunkt bereits an verschiedenen Schauspielschulen vorgesprochen – mit guten Kritiken, aber ohne Studienplatz. In der Vorbereitungsklasse fühlte sie sich von Anfang an gut aufgehoben.

Individuell zur Traumrolle

"Als erstes sollte ich meine vorbereiteten Rollen spielen", erzählt die derzeit für Theater- und Literaturwissenschaft in Bochum eingeschriebene Studentin. Das Feedback ihres Mentors Thomas Rech: "Daran müssen wir zwar noch arbeiten, aber dein Talent sieht man." An den folgenden Wochenenden traf sie sich mit der kleinen Gruppe der Vorbereitungsklasse. Individuell betreut, feilte jeder an seinen Rollen, sei es nun Goethes Gretchen oder Shakespeares Julia.

Zehn Bauern, eine Königin

Parallel bewarben sich die Teilnehmer an staatlichen Schauspielschulen. Zu ihrem ersten Vorsprechen an der Hochschule für Schauspiel "Ernst Busch" in Berlin ging Josefine schließlich gemeinsam mit Samira. "Wir sind so unterschiedlich", sagen sie und lachen. "Ich bin die Verrückte von uns", gesteht Josefine, "Samira ist eher innerlich nervös". Die Chancen auf Erfolg sind trotz des großen Talents denkbar schlecht. Von Tausenden Bewerbern werden etwa zehn angenommen – bevorzugt Männer. "Auf der Bühne steht eine Königin, aber zehn Bauern", kennt die vorsprech-erprobte Samira die Erklärung. An manchen Schulen gibt es eine 50/50-Quote, an anderen benötigt "frau" schlichtweg Glück.

Nichts anderes

Und was, wenn das Glück ausbleibt? Für Josefine und Samira gibt es keine Alternative. "Ich kann mir nichts anderes vorstellen", sagt Samira und weiß, "es gibt auch Wege in den Beruf ohne Schauspielschule". "Im Zweifelsfall bin ich flexibel", sagt Josefine, Tochter einer Beamtin und eines Bergwerksingenieurs, "aber ich bin mir sicher, dass ich das schaffe. Ich fühle mich da richtig".

Hochschule für Film und Fernsehen

Dass die Ganz-oder-gar-nicht-Schiene zum Erfolg führen kann, bewies schon Alexandra Saldow, eine Mitschülerin von Josefine und Samira aus der Vorbereitungsklasse der Christian Stratmann-Akademie. Die 22-Jährige setzte alles auf eine Karte, kündigte ihren Job als Erzieherin und schaffte im Oktober 2009 den Sprung an die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam.

Lernen "live on Stage"

Auf ihrem Weg zur Traumkarriere haben auch Josefine und Samira schon die ersten Hürden genommen. Beide kamen dank der moralischen und fachlichen Beratung durch Thomas und Denise Rech bereits über die erste Vorstellungsrunde der Schauspielschulen hinaus. Für die alltägliche Schauspielerei sind sie beim Ensemble von "Frau Piesewotzki, Libuda und ich" in guten Händen. Den Umgang mit Blackouts und Improvisationen sowie routiniertes Spielen lernen sie sozusagen "live on Stage".

Zwei Freundinnen

Gemeinsam finden die ruhige Samira und die jugendliche Josefine ihren Weg ins Showbusiness. Statt zu Konkurrentinnen sind sie gute Freundinnen geworden, treffen sich in ihrer Freizeit und fahren gemeinsam zu Vorsprechen, um sich endlich an einer Schauspielschule einschreiben zu können. "Es verbindet uns, dass wir das alles zusammen erleben", sagt Samira. Wie in einem Gedankenfluss ergänzt Josefine: "Ich freue mich für Samira genauso, wenn sie weiterkommt, wie für mich. Und für mich bedeutet es echt alles."

 

INFOKASTEN

Schauspiel erleben – ganz und gar

Die 2007 gegründete Schauspielschule "Mondpalastakademie" trägt seit 2009 den Namen "Christian Stratmann-Akademie". In den fünftägigen Sommer- und Herbstkursen wagen Schauspielinteressierte ihre ersten Schritte auf echten Bühnenbrettern. Aber nicht nur angehende Profischauspieler finden hier Platz, sondern jeder, der Spaß am Theater hat. Das Format "Dinner for you" dient für ein optimiertes Zusammenspiel in einer Gruppe/einem Kollegium. Nach einem eintägigen Intensivworkshop und dem dazugehörigen Abendessen lassen die Teilnehmer den Tag in einer Mondpalastkomödie ausklingen. Führungskräfte, die an ihrem Auftritt vor Publikum feilen möchten, haben die Chance, Präsenz und Stimme in den Weiterbildungsangeboten zu schulen. Geleitet werden die Kurse von den Darstellern aus Mondpalast und RevuePalast Ruhr. Neben Sprech-, Stimm- und Improvisationstraining, können sich die Teilnehmer in Bühnenfechten und Tanz ausprobieren. Paten der Sommerakademie 2008 und 2009 waren der Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises 2008, Jochen Malmsheimer und Kabarettistin Franziska Mense-Moritz. 2010 gesellt sich der ehemalige WDR-Moderator Manni Breuckmann ist die Reihe der Paten.

Informationen und Anmeldung:

www.christian-stratmann-akademie.com

Kontakt: Harald Thon

Telefon: 02325 65 08 250

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Ausgabe 04-10

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009