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Das Gesicht 2009: Zu klein für den Catwalk?

Der Tag der Entscheidung rückt näher: Welche Kandidatinnen werden bei unserem Wettbewerb "Das Gesicht 2009" in die Endrunde kommen? Agenturchefin Karen Kelly nahm auch beim zweiten Casting wieder Maß und urteilte: "Für den Laufsteg zu klein, aber gute Chancen als Fotomodell"

 

."Ziehen Sie bitte ihre Schuhe aus", fordert Karen Kelly die Bewerberin auf und nimmt mit dem Zollstock Maß. "173 Zentimeter – zu klein für eine Karriere auf dem Catwalk", befindet Agentur Chefin Kelly, "aber als Fotomodell kann ich mir Marie-Jeanne gut vorstellen". Die Studentin aus Remscheid, die trotz gebrochenen Fußes zum Casting erschienen ist, strahlt. Es sind nur 3 Zentimeter, die über die Karriere entscheiden. 176 Zentimeter ist das Mindestmaß für einen Job auf dem Catwalk. Marie-Jeanne ist kein gänzlich unbeschriebenes Blatt in der Glamourwelt. Sie stand schon für Modefotos vor der Kamera, hatte ein Cover-Shooting für die Newcomerband "Strahlemann" und war als Statistin bereits in verschiedenen Musikvideos zu sehen. Ihr weitester Weg führte sie nach Österreich. Auch dort hatte sie eine Statistenrolle – im langen Abendkleid bei den Dreharbeiten zum James Bond Film "Ein Quantum Trost". Während die "Casting-Hopperin" noch von ihren Erlebnissen erzählt, füllen die anderen Kandidatinnen ihre Casting-Bögen aus. "Was bin ich denn für ein Hauttyp?", fragt Michaela Linnepe. "Hauttyp 1 – europäisch", antwortet Karen Kelly und schnappt sich das Maßband, um Simona Hoffmanova zu vermessen. Die Wuppertalerin hatte "Woman In The City" und den Wettbewerb im Elberfelder Restaurant "Scoozi" entdeckt und war sofort Feuer und Flamme. "Ich finde es toll, dass es keine Alterbeschränkung nach oben gibt", so die 36-Jährige. Zur Unterstützung hat sie ihre Freundin Michaela und deren Jack Russel Terrier "Paula" mitgebracht. "Aufgeregt bin ich eigentlich nicht", lacht Simona. "Aber ich", verrät ihre Freundin. "Nachher gehen wir hier noch schön Essen", erzählen die zwei lebenslustigen Frauen. Das Shooting ist für beide der Auftakt zu einem perfekten Samstag.

Während die Kandidatinnen im Foyer der Maschinenhalle im Bochumer Gewerbepark Lothringen ihre Fragebögen ausfüllen und vermessen werden, wirbelt Beauty-Fotograf Paul Ingham im Studio hinter verschlossener Tür. Dort wartet die Diplom-Designerin Yvonne Langenkamp mit Mann und Sohn auf ihr Shooting. Paul erklärt der Schwelmerin den Grund für Casting und Shooting in leichtem Tages-Make-up: Nicht das schönste Foto soll gewinnen.

Die "richtig schönen" Fotos werden später gemacht - beim Cover-Shooting mit den Gewinnerinnen. Das wird Paul an diesem Tag noch mehrfach erzählen. Dass es darum geht, wie die Bewerberinnen in natura aussehen und nicht darum, wie sie aussehen können, wenn ein Top-Visagist Hand anlegt, der Fotograf professionelle Bilder schießt und der "Schönheits-Grafiker" die Bilder retuschiert. Um zu zeigen, was möglich ist, präsentiert Paul einige Vorher/Nachher Bilder, die übrigens auch auf der Website, smile-studios.de, zu sehen sind, was erstaunte und begeisterte Reaktionen auslöst. "Natürlich hat man mit professionellen Fotos eine viel größere Chance, zum Casting eingeladen zu werden, was allerdings nach Hinten los geht, wenn die Bilder zu stark retuschiert wurden", fügt er ergänzend hinzu.

Nun darf sich Yvonne ihre Bilder auf dem Rechner ansehen. Auch ihr Mann und Sohn fragen neugierig, ob sie schauen dürfen. Per Mehrheitsbeschluss wird schließlich eines ausgewählt. Die Familie hat an diesem Samstag noch einiges vor: "Wenn wir schon mal in Bochum sind, ist noch ein wenig Sightseeing auf dem Programm". Beim Hinausgehen fällt Yvonnes Blick auf ein Filmposter über dem Sofa – die Protagonisten: ein ganz normales Pärchen, dass Paul so in Szene gesetzt hat. Yvonne findet das "eine tolle Idee". Nachdem sich die Familie auf den Weg gemacht hat, die Ruhrstadt Bochum zu entdecken, eilt Mareike Arndt zwischen Trauung und Hochzeitsparty ihrer Schwester ins Studio. Die Wittenerin, die schon einige kleinere Rollen in Gerichtsshows spielte, ist Hausfrau und Mutter von Zwillingen. Ihr Mann hat ihr "Woman In The City" mitgebracht und "um mal wieder raus zu kommen" hat sie sich beworben. "Als ich erfahren habe, dass ich zum Casting eingeladen bin, war ich stolz und habe mich wahnsinnig gefreut. Ich hatte mein Baby auf dem Arm und sagte: "wir werden Model", erzählt sie und lacht.

Alle Kandidatinnen haben sich riesig über die Einladung gefreut und haben Interessantes zu erzählen. Wie Gabriele Hedberg, die von ihrem Mann begleitet wird: "Na klar bin ich nervös". Mit über 50 Jahren hat man mehr Mut, ist die blonde Frau überzeugt und sagt "ich glaube nicht, dass ich mich das vor zehn Jahren getraut hätte." Die "Etagenälteste" bei den Stadtwerken, wie sie augenzwinkernd erwähnt, meint: "über 50 hat man keine Konkurrenz mehr – da steht man drüber". Das lässt hoffen, dass das Alter doch auch positive Dinge bereit hält. Nach fast vier Stunden sind alle Maße und anderen Daten erfasst und die Fotos im Kasten. Ute Eckelt, die rechte Hand von Fotograf Paul Ingham, hat auf dem Außengelände die Ganzkörperbilder geschossen, die wichtig sind, um später zu entscheiden, welche von den Kandidatinnen auch als Model infrage kommt. Allen Beteiligten hat das Casting viel Spaß gemacht und am Ende zieht Karen Kelly ihr persönliches Resümee: "Als Hostess sind eigentlich fast alle geeignet, zwei oder drei Bewerberinnen kann ich mir gut als Fotomodell vorstellen." Aber noch steht nichts fest. Schließlich gibt es am 11. Juli noch ein drittes und letztes Casting. Danach erst entscheidet die Jury, welche neun Kandidatinnen in die Endrunde kommen. Wir sind schon jetzt gespannt, wie sich diese neun Damen auf dem Catwalk der Jury und dem Publikum präsentieren werden.

"Das Gesicht 2009", Abschlussveranstaltung mit anschließender Party am 29. August 2009 bei Sportinho, Roonstr. 23, 44629 Herne, www.sportinho-sport.de, Eintritt frei.

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009