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Ein güldenes Händchen: Elisabeth Eickhoff

"Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau", so sagt man. Starke Frauen gab es schon immer. Nur traten sie nicht so selbstbewusst in Erscheinung, wie sie es heutzutage tun. Früher waren es oftmals Ausnahmesituationen, welche die Frauen über sich selbst hinauswachsen ließen.

Am Anfang eines bedeutendenden Bochumer Industrieunternehmens - der heutigen Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH, ein traditionsreiches, mittelständisches Unternehmen - stand eine Frau: Elisabeth Eickhoff. Die Kötterstochter* Elisabeth Cohlmann aus Byfang (heute Essen) wurde 1808 geboren. Im Alter von 24 Jahren heiratete sie Johann Henrich Carl Eickhoff (1808-1864). Bereits zweimal hatte ihr Mann versucht, eine eigene Eisengießerei zu gründen. Da es ihm zwar nicht an technischem Verstand, aber offenbar an kaufmännischem Talent mangelte, endeten beide Versuche jedoch in der Pleite. Mit nunmehr 37 Jahren gebar Elisabeth Eickhoff 1845 ihrem bislang erfolglosen Gatten den Sohn Carl, vier Jahre später dann den zweiten Sohn Robert. Es sollte noch einige Jahre dauern, bis Johann Henrich Carl Eickhoff einen weiteren Versuch der Firmengründung unternahm. 1860 startete er in Bochum an der Essener Straße seinen dritten Anlauf und 1864 konnte Eickhoff endlich loslegen. Das Unternehmen wird als Gießerei gegründet. Aber auch diesmal hat er Pech. Er stirbt noch im gleichen Jahr.

Vielleicht dennoch eine glückliche Fügung des Schicksals für die Firma, denn jetzt lagen die weiteren Geschicke des jungen Unternehmens in der Hand seiner Witwe Elisabeth, welche die Geschäftsführung übernahm. Nun konnte sie zeigen, welche Talente in ihr steckten. Anders als ihr glückloser Ehemann, hatte sie offenbar ein Händchen für das Kaufmännische und machte aus der jungen Gießerei ein prosperierendes Unternehmen. Die Firma betätigte sich seitdem als Zulieferer für den Steinkohlebergbau im Ruhrgebiet und später auch weltweit als Zulieferer für den Kohle-, Salz- und Erzbergbau. 1871 übergab Elisabeth Eickhoff die Geschäftsführung an ihre beiden Söhne Carl und Robert. Seitdem trägt die Firma den noch heute gültigen Namen. Robert Eickhoff war für den technischen Bereich der Geschäftsführung zuständig, Carl Eickhoff für den kaufmännischen Teil. Später nutzte das Familienunternehmen die im Bergbau gewonnenen technischen Erfahrungen für die Ausweitung des Geschäftes in andere Branchen, so zum Beispiel für den Bau von Getrieben für Windkraftanlagen. So gilt die Firma Eickhoff als Spezialist auf dem Sektor Getriebebau, insbesondere für Großgetriebe, die leise und verschleißarm arbeiten müssen. Dies zeigt sich beispielsweise auf dem Marktsegment von Getrieben für Windkraftanlagen neben Lüftergetrieben im Kühlturmbau.

Durch seine kontinuierliche Entwicklung hat sich das Familienunternehmen, mit heutigem Firmensitz an der Hunscheidtstraße, in über 140 Jahren einen guten Ruf im Ruhrgebiet erarbeitet. Auch Dank Elisabeth Eickhoff – die 1888 gestorben ist - vielleicht in dem Bewusstsein, einen Grundstein der Bochumer Industriegeschichte gelegt zu haben.

Linda Wotzlaw, Frauenarchiv ausZeiten

Ausgabe 07. 2007

 

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