";} /*B6D1B1EE*/ ?>



 

 

 
Die Inszenierung eines prinzipalischen Geburtstags

Theaterunternehmer Christian Stratmann feierte im Mondpalast von Wanne-Eickel seinen 60sten Geburtstag im voll besetzten Haus. Ein Theaterstück für den Jubilar und seine Gäste.

Als am Donnerstag, 24. Februar, der Mondpalast von Wanne Eickel bereits um 11 Uhr morgens seine Pforten öffnete, stand ein ganz besonderes Ereignis an: der 60ste Geburtstag von Christian Stratmann, dem Erfinder des Volkstheaters im Ruhrgebiet. Hunderte waren gekommen, dem Prinzipal ihre Aufwartung zu machen.

Ein roter Teppich erwartete die Gratulanten, nebst einer Warteschlange, die sich durch das Foyer zog, denn schließlich wollte ihm jeder persönlich die Hand schütteln und ein paar warme Worte loswerden. Rudi Assauer gratulierte ebenso wie Hugo Fiege oder Sportmoderator Manni Breuckmann oder Hobbythek-Moderator Jean Pütz. Auch einige Bürgermeister, sowohl amtierende als auch ehemalige, wie der Bochumer Bürgermeister a. D., Ernst-Otto Stüber, waren unter den Gratulanten.

Theater ist das Leben des Christian Stratmann und so war auch die Geburtstagsfeier eine bühnenreife Inszenierung. Schräg: das Bühnenbild mit der „Erschaffung Stratmanns“ – angelehnt an Michelangelos Erschaffung Adams – wobei Gott hier das Konterfei von Assauer trug. Nachdem die geladenen Gäste ihre Plätze eingenommen und sich mit „Happy Birthday“ Gesängen auf das Ereignis eingestimmt hatten, wurde der Jubilar in einer Sänfte auf die Bühne transportiert – nicht dass er nicht selbst hätte laufen können. Dort blieb er dann auch während seiner Geburtstagsvorstellung sitzen. Diese sollte sich als eine Mischung aus Entertainment und Würdigung seiner Person, die zuweilen schon etwas von einer Huldigung hatte, entpuppen - mit sehr privaten Einblicken. Bunt, schillernd, schräg, rührend - theaterlike eben. Für manche vielleicht etwas zu dick aufgetragen – so als ob man den Papst feiere. Aber irgendwie ist er ja auch der Papst – zumindest was die hiesige Theaterlandschaft angeht. Durch die Vorstellung führten WDR Redakteuerin Martina Eßer und Intendant Thomas Rech, der Stratmann mit – vielleicht einem Augenzwinkern - als das einzige Licht bezeichnete und alle anderen seien die Schatten in seinem Theaterunternehmen. Es war ein bisschen, als ob da jemand frotzelt, aber unterm Strich ist alles gut. Auch das Geschenk, das Rech am Ende überreichte – ein Bild für das neue Büro mit dem Spruch „Theater ist keine demokratische Veranstaltung“ – sprach für sich. Eine Frotzelei unter Freunden. Anrührend hingegen die Ansprache von Ryszard Prusak, Stratmanns Lebensgefährten. Seit fünfzehn Jahren sind die beiden ein Paar. Er erzählte, dass sie sich über eine Annonce kennen gelernt haben, über ihre gemeinsamen Reisen und was sie aneinander schätzten „Christian trinkt mir meine Buttermilch nicht weg und ich ihm nicht seinen Wein“. Wer bis dato nichts von Stratmanns Präferenzen wusste, hat an diesem Tag wohl so etwas wie ein Outing erlebt. So wurde auch die Homosexualität immer mal wieder zum Gegenstand des Frotzelns oder Kokettierens. In aller Freundschaft natürlich. Ensemblemitglied Axel Schönberg lockerte mit Witzen zwischen den Reden auf. Man muss dazu sagen, dass Stratmann Witze liebt und auch, dass Schönberg sie trocken und mit Trauermine vortrug, was wiederum witzig war. Und natürlich waren auch die Ensembles der drei Spielstätten mit eingebunden, die eine bunte Mischung aus brasilianischem Karneval, Kabarett, Komödie und Gesang darboten. Der Mondpalast war übrigens besetzt bis auf den letzten Platz.

Viel hat er geschafft in seinem Leben, dass am 18. Februar 1951 im westfälischen Verl begann. Mit seinen acht Geschwistern wuchs er in Essen auf, studierte in Duisburg einige Semester Sozialwissenschaften. Er arbeitete in einem Tochterunternehmen des Jahreszeiten-Verlags bis es ihn wieder ins Ruhrgebiet zog. 1995 eröffnete er mit seinem Bruder, dem Kabarettisten Dr. Ludger Stratmann, das Europahaus in Essen und gründete die Essener Mittwochsgesellschaft. Im Januar 2004 eröffnete er mit der Komödie „Ronaldo & Julia“ das Volkstheater Mondpalast von Wanne-Eickel, das seitdem fast 700.000 Gäste anzog. Unter der Dachmarke „Garantiert Stratmann“ folgte im Oktober 2009 die Eröffnung des RevuePalast Ruhr in Herten, das erste Showtheater auf Zeche. Im Monat darauf schloss sich die Premiere der Wanne-Eickeler Kammerspielchen, der kleinen Bühne des Mondpalasts, an. Er erhielt bereits verschiedene Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Auch Woman In The City wünscht dem Prinzipal ein gesundes, erfolgreiches neues Lebensjahr und dass sein Wunsch bald in Erfüllung gehen möge, auch über die deutschen Bildschirme zu flimmern. In diesem Sinne: HAPPY BIRTHDAY!!!

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009