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Astrid Lindren –

"Ich kann mit dem besten Willen nicht begreifen, was ich getan habe, um so beliebt zu werden"

"Villa Kunterbunt" – so wird die Bochumer Astrid-Lindgren-Grundschule in Linden zuweilen genannt. Nach Astrid Lindgren ist die Schule seit 1989 benannt. Die Autorin gab persönlich ihr Einverständnis dazu. Auf die Frage, was ihre eigene Kindheit zu einer schönen Zeit gemacht habe, sagte Lindgren: Geborgenheit und Freiheit. Dies gab ihr wohl die Selbstsicherheit, ihren eigenen Weg zu gehen und sich nicht den Erwartungen anderer zu beugen.

Am 14. November 1907 wird Astrid Ericsson geboren. Wie ihre Kinderbuchfigur Michel wächst sie in Smaland als Tochter einer Bauernfamilie auf. Sie besucht die Realschule, obgleich dies sonst Kindern aus bürgerlichen Familien vorbehalten ist. Ihre Begabung für Sprachen fällt auf, und ihre LehrerInnen prophezeien ihr eine Zukunft als Schriftstellerin. Dieser Festlegung widersetzt sie sich und beschließt, niemals ein Buch zu schreiben. Tatsächlich ist sie schon Ende dreißig, als sie damit beginnt.

Zunächst, ab 1924, schreibt sie für die Zeitung in ihrem Heimatort Vimmerby. Als sie 1926 von ihrem Vorgesetzten schwanger wird und sich weigert, ihn zu heiraten, ist dies ein Skandal. So verlässt sie das Dorf, um in Stockholm eine Sekretärinnenschule zu besuchen. Dort trifft sie die Frauenrechtlerin und Anwältin Eva Andén, die sie unterstützt. In Kopenhagen können ledige Mütter ihre Kinder zur Welt bringen, ohne Probleme mit den Behörden zu bekommen. Dort wird für den neugeborenen Sohn Lasse auch eine Pflegefamilie gefunden. Astrid Ericsson setzt ihre Ausbildung fort und arbeitet anschließend in einem Schreibbüro. Sie vermisst ihren Sohn sehr und spart ihr Geld für die Fahrkarten nach Kopenhagen.

Erst nach ihrer Heirat mit Sture Lindgren 1931 kann sie ihren nunmehr fünfjährigen Sohn zu sich holen. Astrid Lindgrens Einfühlungsvermögen für Kinder zeigt sich in Figuren wie Mio oder Pippi Langstrumpf, die teilweise elternlos aufwachsen. Wie sehr sie selbst Kind geblieben ist, belegt ein Zitat von Lasse Lindgren: "Sie war keine dieser Mütter, die still auf einer Parkbank sitzen und ihren spielenden Kindern zuschauen. Sie wollte selbst spielen, und ich habe den Verdacht, dass ihr das mindestens so viel Spaß machte wie mir!" Ihre erste Geschichte – Pippi Langstrumpf – schreibt sie für ihre zehnjährige Tochter Karin. Die kindlichen Persönlichkeiten in ihren Büchern sind frei von Klischees: sowohl ihre Jungen- als auch ihre Mädchenfiguren verfügen über Sensibilität und Stärke.

Astrid Lindgren engagiert sich auch politisch. 1978 erhält sie den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Ihre Rede zur Verleihung ist ein Appell gegen Krieg und für eine gewaltfreie Erziehung.

1994 wird ihr der alternative Nobelpreis verliehen. Privat lebt sie bescheiden und zuletzt sehr zurückgezogen. Am 28. Januar 2002 stirbt Astrid Lindgren im Alter von 94 Jahren. Im selben Jahr stiftet die schwedische Regierung einen Literaturpreis zum Andenken an eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen der Welt.

Text: Linda Wotzlaw, Frauenarchiv ausZeiten

Quellen: Margareta Stömstedt: Astrid Lindgren. Ein Lebensbild, Oetinger, Hamburg 2002.

www.astrid-lindgren.de

Ausgabe 1209

 

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