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Pina Bausch - die Erneuerin des Tanzes

Pina Bausch wurde am 27. Juli 1940 in Solingen geboren. In den Sechziger Jahren gastierte Pina Bausch als Balletttänzerin an allen namhaften Bühnen der Welt, bis sie sich ab 1968 der Choreographie zuwandte. Schon ein Jahr später gewann sie den 1. Preis beim Kölner Choreographen-Wettbewerb. 1973 übernahm sie die Leitung des Balletts der Wuppertaler Bühnen, aus dem sie das Wuppertaler Tanztheater formte.

Ihre eigenwilligen Inszenierungen – manche Stücke waren zur Premiere noch nicht abgeschlossen oder trugen keinen Namen – sorgten für internationale Anerkennung des Wuppertaler Tanzensembles. Sie avancierte zur Kultfigur der internationalen Tanzszene und gilt in der Fachwelt als die bedeutendste Choreografin der Gegenwart. Bausch verband erstmals den Tanz mit den Genres Gesang, Pantomime, Artistik und Schauspiel zu einer neuen Kunstgattung. Viele Fachleute halten erst diese neue Kunstform für den Beginn des Tanztheaters. Die herkömmliche Handlungsstruktur löste sie in einzelne Szenen auf und verknüpfte sie mittels Collage und Montage in thematische Zusammenhänge. Der Ausgangspunkt ihrer Stücke war die einzelne Geste, das Darstellen und Äußern eines bestimmten Gefühls, diese innere Bewegung wurde von Pina Bausch erfragt und von den Tänzern mit einer erinnerten Handlung beantwortet. Ihre Stücke handeln von Angst, Tod, Liebe und Sehnsucht, verborgenen Schichten der menschlichen Seele, Kindheitserinnerungen, Verletzungen, Spannung zwischen den Geschlechtern.

Rund 40 abendfüllende Werke hat sie choreografiert und wurde mit internationalen Preisen überhäuft. 1983 hat Federico Fellini ihr mit seinem märchenhaften Film "E la nave va" ein Denkmal gesetzt. Pina Bausch war darin eine geheimnisvolle Principessa, eine Fürstin der Nacht, der in einem Boot, allein auf dem Meer der Fantasie, das Schlussbild gehörte. 1990 brachte sie mit "Die Klage der Kaiserin" einen eigenen Kinofilm heraus.

Für ihre Arbeit wurde sie als Begründerin des modernen Tanztheaters gefeiert und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den Kyoto-Preis, das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, den NRW-Staatspreis, den Europäischen Theaterpreis und die Picasso-Medaille der Unesco. Im vergangenen Jahr zeichnete die Stadt Wuppertal sie mit der Ehrenbürgerwürde aus. Träume hat die Choreografin vertanzen lassen. Das Bochumer Museum hat im September solche "Räume Träume", Bühnenbilder von Pina Bausch, als Rauminstallationen gezeigt. Noch am 21. Juni stand sie gemeinsam mit ihrem Ensemble im Wuppertaler Opernhaus auf der Bühne.

 

Ein unerwarteter schneller Tod ergriff sie nur fünf Tage nach einer Krebsdiagnose Was die Menschen bewegt, das interessiere sie mehr, als wie sie sich bewegten, sagte Bausch einmal. Am Morgen des 30. Juni starb Pina Bausch. Sie wurde 68 Jahre alt.

Ausgabe 08 - 09

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009