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Ab in den Süden…oder lieber doch nicht?

An dieser Frage kamen wir auch in diesem Jahr leider nicht vorbei, als es galt, die Sommerferien des liebsten Kindes gewinnbringend zu füllen… "Ich möchte an den Pool" ließ unser Sohn verlauten, mein Mann "mindestens 14 Tage" und ich hielt verzweifelt daran fest, dass ein reiner Poolurlaub über zwei Wochen nicht wirklich zu meiner Entspannung beitragen würde.

Shopping, Sightseeing, gerne auch ein wenig Pool, Meer, Zeit für sich und die Familie, Spiel und Spaß am Strand – das war mein mit glücklichem Lächeln angebrachter Vorschlag, der natürlich postwendend im Keim erstickt wurde. Auch die Vorzüge vieler deutscher Inseln, die ich nun verzweifelt runterbetete, ließen meine kleine Familie kalt. "Gutes Essen, nicht weit weg, schöne Wohnungen…" – es gibt ja eine Vielzahl von Dingen, die für Erholung im eigenen Land sprechen. Insbesondere die Vorstellung, wie beim letzten Urlaub mit nahezu acht Stunden Verspätung in die Ferien zu starten, dort angekommen aufgrund der nächtlichen Landung keinen Mietwagen mehr zu bekommen und schlussendlich nach 18 Stunden Reise in unserem Urlaubsdomizil Kreta angekommen zu sein, trübten meine Vorfreude auf eine eventuelle Flugreise. Typisch Mann, war dieses Horrorszenario ja bereits wieder vergessen…"Der Urlaub war einer der schönsten, die wir je hatten…" Ich bin mir im Nachhinein nicht so sicher, ob meine Jungs auf irgendeiner anderen Insel gestrandet sind. Nach der langen Anreise, bei der wir stunden mäßig bis nach Amerika gekommen wären, und dem fehlenden Mietwagen hatten wir auch acht Tage Dauerregen, Orkan und ganz viel Zeit, es sich auf unserem Zimmer gemütlich zu machen. Den Urlaub hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt! Aber nein, meine kleine Familie hielt an ihrem Vorhaben fest und wälzte fröhlich und gut gelaunt die Kataloge diverser Urlaubsanbieter. Insgeheim frohlockend legte ich die Preisliste hin und wartete schon auf meinen inneren Reichsparteitag. Männer vergessen ja schnell unangenehme Situationen aber auf ihr Geld können Sie gut aufpassen! Es kam, wie es kommen musste…nach viel Streiterei, Für und Wider entschlossen wir uns, in diesen Sommerferien nicht zu verreisen und dafür das schöne Ruhrgebiet zu erkunden. Leider gehöre ich der Gattung Frau an, die in ihrem Vorhaben recht wankelmütig ist… Kurz vor Beginn der Ferien (alle meine Freundinnen verreisten), stellte sich eine innere Unzufriedenheit ein, ich sah mich weißhäutig neben all den braunen, gut erholten Menschen durch die Stadt schleichen und hatte das Gefühl, mich vielleicht doch noch einmal nach Dolce Vita im Süden erkundigen zu müssen. Jede Reiseverkehrskauffrau kennt diese Gattung Mensch: Vollkommen abgehetzt, mit dem unbedingten Willen, zwei Tage vor Beginn der Sommerferien doch noch Schnäppchen suchend in den Urlaub zu reisen, nahezu egal in welche Region! Die freundliche Dame in unserem Reisebüro guckte auch schon gleich verschreckt, als ich mit diesem Vorhaben über sie herfiel. Nach einigem Hin und Her und der Tatsache, dass das halbe Ruhrgebiet aufgrund mangelnder Flugauswahl meines Erachtens über die Sommerferien verwaist sein müsste, hatte ich zwei schöne Angebote in der Tasche, die ich dann auch mit stolz geschwellter Brust meinen Lieben zu Hause präsentierte. "Ich dachte, wir fahren nicht in den Urlaub", "Ich kann auch im Schwimmbad bleiben" – so die Resonanz der Menschen, die ich mit meiner spontanen, zugegebenermaßen nicht ganz uneigennützigen Idee begeistern wollte. Liebe Leserinnen – teilen wir an dieser Stelle alle das gleiche Schicksal? Oder bin ich alleine auf diesem Planeten mit der Erkenntnis, dass derart spontane Aktionen meist nicht in einem Freudentaumel enden? Auf enttäuschtes Schweigen folgten lange Gespräche, Kataloge wurden gewälzt und schlussendlich entschieden wir uns doch 72 Stunden vor unserem Abflug, in den ersten Last-Minute-Urlaub unseres Lebens zu starten. Wie dieser wird? Man darf gespannt sein! Ich packe jetzt schnell unsere Koffer, denn das Taxi steht schon fast vor der Tür. Ihnen wünsche ich an dieser Stelle wunderschöne Ferien, genießen Sie die Zeit, egal, ob mit oder ohne Urlaubsreise!

Ausgabe 08. 2007

 

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