";} /*B6D1B1EE*/ ?>



 

 

 

Sommer –für mich die schönste Zeit des Jahres.

Geöffnete Biergärten, nette Leute, luftige Kleidung. An und für sich alles prima, gäbe es da nicht diese kleinen Biester namens Mücken, die einen um den wohlverdienten Schlaf bringen. Genau genommen sind es nicht einmal die Plagegeister, die die kostbaren Nachtstunden rauben, sondern eher die lieben (Ehe)Männer und männlichen Sprösslinge, die bei voller Beleuchtung Handtuch schwingend den Insekten den Krieg erklären.

Ich glaube manchmal, diese natürliche Feindschaft zwischen Mann und Mücke wird schon mit der Muttermilch eingesogen, anders kann ich mir das eigenartige Verhalten der männlichen Spezies nicht erklären. "Hier ist eine Mücke" kreischte erst vor kurzem das liebste aller Kinder mitten in der Nacht und schaltete augenblicklich ganze Flutlichtanlagen an. "Ignorieren" denkt man als gestresste Mutter, doch weit gefehlt. Wer im Besitz von Kindern und (Ehe)Männern ist, der weiß, dass spätestens jetzt die Nacht vorbei sein wird. Licht an, Handtuch raus. "Ich höre nichts" ist dann der letzte verzweifelte Versuch, das drohende Unheil abzuwenden und verständnislose Blicke lassen erahnen, dass Widerstand zwecklos ist. "Ich sehe sie" brüllte dann auch mein rot vor Zorn angelaufener Nachkomme und jagte den ahnungslosen Mückenwinzling quer durch die ganze Wohnung. Dumm nur, dass auch Insekten eine angeborene Intelligenz haben und so setzte sich der Zwerg feixend an die Zimmerdecke, mein lieber Sohn hüpfte darunter auf und ab. Nun ist es ja so, dass (kleine) Männer Jäger sind und der Verlust der "Beute" Zweifel an der eigenen Fähigkeit nach sich zieht. Also, unter Gepolter die Leiter geholt, und langsam an das arme Tier herangepirscht. Als Mutter und (Ehe)Frau kann man sich nur wundern, dass ein derartiger Aufwand für eine kleine Mücke betrieben wird. Mittlerweile war es drei Uhr nachts. "Ich hab sie" grinste mein lieber Ableger nach vielen ziellosen Schlägen dann auch endlich verzückt und ein großer Blutfleck ließ vermuten, dass das Tierchen keinen schönen Tod gefunden hat. "Dann geh ich jetzt mal schlafen" nuschelte das mit Erlegung der Beute schlagartig müde Kind und ward verschwunden. Der Blutfleck prangte an der Zimmerdecke, das Handtuch lag verstreut in der Wohnung, die Beleuchtung hätte einem Flughafen alle Ehre gemacht und über die mitten im Raum stehende Leiter bin ich schlussendlich noch gestolpert. Bilanz der Nacht: Zwei Stunden weniger Schlaf, einen mittlerweile braunen, weil mit Wasser verwischten Fleck an der Zimmerdecke und ein dunkelblaues, wassergefülltes Knie von der Begegnung mit der Leiter. Einzig die Tatsache, dass es anderen Müttern und Frauen ähnlich ergeht, lässt die nächtlichen Aktionen erträglicher werden. Und eigentlich bin ich ja auch ganz froh, dass mich die Mücke nicht mehr piesacken kann…

Ausgabe September 2008, Seite 7

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009