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Nicht nur Steine werfen und Zahlen im Kopf jonglieren


Den Beruf des Croupiers umweht auch heute noch ein Flair des Besonderen - der nach Meinung vieler außergewöhnliche Arbeitsplatz und die vermeintlich glamouröse Kundschaft aus dem Jetset sind der Grund dafür. Dabei ist diese Tätigkeit alltäglicher als angenommen - der Croupier ist ein Servicemitarbeiter der Freizeiteinrichtung Casino. Übrigens: schon lange steht dieser Beruf nicht mehr nur Männern offen.

Der Beruf Croupier ist kein staatlich anerkannter Lehrberuf. Dies bedeutet, dass auch ein ausgebildeter Croupier trotz seiner hochspezialisierten Fähigkeiten leider offiziell eine ungelernte Kraft ist. Es gibt keine genormte oder einheitliche Ausbildung in den Spielbanken Deutschlands. Trotzdem sind die Inhalte grundsätzlich ähnlich. Die Kurse dauern je nach Fachrichtung einige Wochen bis mehrere Monate und finden meist in den Abendstunden statt. Vollzeitkurse sind selten. Die Kurse werden meist nicht bekannt gemacht, bei Interesse sollte man sich also einfach ein Herz fassen und in der Spielbank anrufen. Die Anforderungen an die Bewerber sind härter als vielleicht angenommen. Das schlägt sich in der relativ hohen "Absprungrate" von 60% während der Ausbildung nieder. Auch die Casinos sieben aus - frei nach dem Motto: "Take the best, leave the rest".

Regina S. Hartwig sprach in der Spielbank Hohensyburg mit einem weiblichen Croupier und erfuhr interessante Details über diesen ungewöhnlichen Beruf.
Das Spielparadies im Ruhrpott gleicht einem gläsernen Palast, hinter dessen Fassade aus Glas, Stahl und Halogenstrahlern man einen Hauch von Las Vegas verspürt. Hier, zwischen Jetons und Roulettetischen, arbeitet Christina Jansen.

Woman: Seit wann arbeiten Sie als Croupier?

Jansen: Inzwischen schon 22 Jahre. 1985 habe ich meine Black Jack Ausbildung in der Spielbank Hohensyburg begonnen, da war hier noch alles im Rohbau.

Woman: Wie kommt frau auf diesen Berufswunsch?

Jansen: Eigentlich wollte ich Grafikdesign studieren. Damals machte ich gerade das erforderliche Praktikum, allerdings war in der Firma nicht viel zu tun, da las ich eine Anzeige in der Tageszeitung. Es wurden Leute für die Ausbildung zum Croupier gesucht. Dann habe ich mich einfach beworben, ich wusste nicht, was da auf mich zukommen würde, ich war einfach neugierig.

Woman: Also war am Anfang nicht dieser spezielle Berufswunsch, sondern nur Neugierde?

Jansen: Ja, so war das. Einfach nur Neugierde. Ich war gerade 21 Jahre jung und wollte meinen Alltag etwas aufpeppen.

Woman: Und, wurde Ihr Alltag durch die Ausbildung aufgepeppt?

Jansen: Zweifelsohne. Die Ausbildung zum Black Jack Croupier dauerte drei Monate. Es hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich mehr als nur einen Studentenjob daraus machen wollte. Ich entdeckte, dass ich ein Nachtmensch bin und lieber nachts arbeite.

Woman: Was geschah mit dem Plan zu Studieren?

Jansen: Das Thema war für mich nach einigen Monaten erledigt. Ich arbeitete mit soviel Spaß in der Spielbank, da konnte ich mir ein Studium und die Tagesarbeit als Grafikdesignerin nicht mehr vorstellen. 1994 machte ich die Kassenausbildung, da war ich die erste Frau bei Westspiel, die auch an der Kasse eingesetzt wurde. Meinen Ehrgeiz konnte ich auch beim Baccara ausleben. Bei dem Spiel war ich auch die erste Frau, die als Changier mitmischen durfte.

Woman: Aber es muss doch noch mehr sein als nur das Bedürfnis nachts zu arbeiten. Welche spezielle Faszination geht von dem Beruf aus?

Jansen: Ich liebe den Umgang mit Menschen. Hier habe ich jeden Tag so viele verschiedene Menschen um mich auf die ich eingehen muss, das ist auch nach 22 Jahren noch spannend. Ausserdem habe ich die Möglichkeit mich ständig weiterzubilden. Die Kurse laufen zwar parallel zur Arbeit, aber das macht mir nichts aus. Die Ausbildung in unserem Spielcasino ist sehr gut, hat eine so hohe Qualität, dass ich überall auf der Welt als Croupier arbeiten könnte. Im Mittelpunkt zu stehen ist für mich angenehm. Man muss schon auch ein bisschen ein Showtyp sein, um die Arbeit hier machen zu können. Die Gäste schauen einen ständig an, machen den Croupier auch oft zum Sündenbock, wenn sie verloren haben. Da muss man schon ein dickes Fell haben, sonst hält man das hier nicht lange aus.

Woman: Sind Männer und Frauen als Croupier gleichberechtigt?

Jansen: Als ich hier 1985 anfing, durften die Frauen nicht als Vollcroupier arbeiten. Die ersten fünf Jahre war ich also nur für Black Jack zuständig. Frauen durften nicht beim Roulette als Croupier mitmischen. Anfangs waren die männlichen Croupiers nicht begeistert als wir nach fünf Jahren auch für das "Französisch-Roulette" eingesetzt wurden. Die Männer hatten wohl Angst, wir Frauen könnten durchschauen, dass Roulette gar nicht so schwer ist.

Woman: Hatte das Auswirkungen auf das Gehalt?

Jansen: Wir werden nach einem speziellen Punktesystem bezahlt. Die Höhe der Punkte richtet sich nach den Arbeitsjahren und nach der Art der Tätigkeit. Bis 1990 durften Frauen eben nicht in den höher bewerteten Bereichen wie Roulette arbeiten, deshalb konnte ich nicht auf die Höchstpunktzahl kommen und verdiente weniger als ein männlicher Kollege, der beim Roulette eingesetzt wurde.

Woman: Die meisten Menschen denken, zu dem Grundgehalt gibt es ja noch das Trinkgeld, da kommt ein schöner Batzen zusammen. Ist das wirklich so?

Jansen: Schön wäre es! Nein, so läuft das nicht. Wir werden ausschließlich von den Trinkgeldern bezahlt. Die Höhe richtet sich also nicht nur nach dem Punktesystem, sondern auch nach der Gebefreudigkeit der Gäste, und die ist natürlich größer, wenn sie gewinnen. Davon müssen Steuern, aber auch Sozialversicherungsabgaben abgeführt werden. Auch für die Rente muss der Croupier selber sorgen.

Woman: Dann können Sie also nicht mit einem regelmäßigen Einkommen rechnen?

Jansen: Mein Einkommen schwankt von Monat zu Monat. Aus allen Spielcasinos, die zu Westspiel gehören, wird über einen Monat das gesamte Trinkgeld gesammelt. Der Betrag wird dann nach dem Punktesystem an alle Mitarbeiter verteilt.

Woman: Wie lässt sich Ihre Tätigkeit beschreiben?

Jansen: Am Tisch geht es immer hektisch zu. Da wird gedrängelt und geschubst und von allen Seiten ein Spieleinsatz getätigt. Da muss man ruhig bleiben und sich auf das Wichtige konzentrieren. Schnelles Kopfrechnen, Flexibilität und hohe Konzentrationsfähigkeit sind die unbedingten Voraussetzungen, die ein Croupier mitbringen muss. Man muss jederzeit den Überblick über das Spiel bewahren, gleichzeitig Anweisungen geben und sich pausenlos immer neue Zahlen und Zahlenreihen merken. Nach einer Stunde Arbeit am Tisch haben wir 15 Minuten Pause, damit wir wieder konzentriert sein können.

Woman: Wie lassen sich die Gäste charakterisieren?

Jansen: Ach, das ist ganz unterschiedlich. Nachmittags sind oft Ältere hier. Die treffen sich oft schon über viele Jahre und machen sich zusammen einen schönen Tag bei uns. In Cliquen spielen sie zusammen oder sitzen gemütlich beim Kaffee und plauschen. Natürlich habe ich es auch mit richtigen Zockern zu tun. Ein richtiger Spieler kämpft verbissen um sein Geld und kann sich nicht mehr über einen Gewinn freuen. Allerdings fällt mir immer wieder die unterschiedliche Mentalität der Spieler auf. Die Deutschen spielen verbissener als die ausländischen Gäste.

Woman: In den 22 Jahren haben Sie sicherlich viele Menschen erlebt, die Haus und Hof verspielt haben. Wie gehen Sie persönlich damit um?

Jansen: Auch nach 22 Jahren als Croupier lässt es mich nicht kalt, wenn Gäste viel Geld verspielen, ich leide noch immer mit. Wenn man dann beschimpft wird, darf man das nicht persönlich nehmen. Im Umgang mit den Spielgästen muss man eine unterschiedslose, unparteiische Höflichkeit und Geduld zeigen, auch zum Beispiel bei der Schlichtung von Streitigkeiten.

Woman: Sind Sie selber ein Spielertyp?

Jansen: Würde ich so nicht sagen. Selber spiele ich eher wenig. Wenn unser Casino mal für drei Tage geschlossen wird, fahren wir Croupiers gerne mal rüber nach Holland ins Spielcasino. Dort spiele ich dann auch, aber mehr als zweihundert Euro plane ich dafür nicht ein.

Woman: Bereuen Sie die Entscheidung nicht studiert zu haben?

Jansen: Nein, diese Entscheidung habe ich bisher noch nicht bereut. Ganz im Gegenteil, für mich ist es nach wie vor ein Traumjob Croupier zu sein.

Voraussetzungen
Bewerber müssen in der Regel mindestens 21 Jahre alt sein. Manche Spielbanken begrenzen das mögliche Alter eines Bewerbers auch nach oben - etwa auf 30 Jahre. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist von Vorteil, der Wehr- oder Ersatzdienst sollte bereits abgeleistet sein.
Fremdsprachenkenntnisse sind sehr vorteilhaft.
Selbstverständlich sind ein einwandfreier Leumund, ein makelloses polizeiliches Führungszeugnis und geordnete finanzielle Verhältnisse. Natürlich ist ein gepflegtes Äußeres erforderlich.
Nicht fehlen darf auch die Bereitschaft, fast ausschließlich nachts zu arbeiten.
Daneben sollte man Spaß am Umgang mit Menschen und gepflegte Umgangsformen haben. Außerdem ist es notwendig, zum "Multitasking" fähig zu sein. Diese auch in der Ausbildung immer wieder trainierte Eigenschaft ist unabkömmlich, wenn es am Spieltisch hoch her geht und der Croupier mehrere Dinge gleichzeitig tun und auch noch den Überblick behalten muss. Nicht umsonst sagt man, der Croupier müsse "Drei Arme, drei Ohren und drei Augen" haben. Auch ein sehr gutes Gedächtnis ist Voraussetzung.

Es gibt verschiedene Arten der Croupiertätigkeit: unterschieden wird zwischen dem Kopfcroupier, dem Vollcroupier und dem Croupier für andere Spiele.

Hintergrund

Das Spielcasino Hohensyburg, eines der modernsten und umsatzstärksten Casinos Europas, gehört zur Westspiel-Gruppe mit Sitz in Duisburg. Nach Bad Oeynhausen und Aachen eröffnete der Konzern am 28. Juni 1985 in Dortmund-Hohensyburg einen weiteren Spielpalast. Das Casino Hohensyburg bietet Automatenspiele, Klassische Spiele und eine Las Vegas World. Täglich ab 11 Uhr stehen die Automaten für die Besucher bereit. Klassische Spiele wie Französisch/American-Roulette oder Black Jack können von 15 Uhr bis drei Uhr morgens gespielt werden, Baccara bis 5:30 Uhr. Die Besucher erwartet auf drei Ebenen neben dem Spielbereich auch eine ansprechende Gastronomie. Alle drei Etagen werden durch die unendliche Spirale – eine neun Meter hohe, hängende Stahlskulptur des Künstlers Max Bill – miteinander verbunden.
Spezielle Angebote für die weiblichen Gäste sind: Casino Beauty Nights. Jeden ersten Mittwoch im Monat übernehmen Profi-Stylisten das Make-Up. Styling – Fotoshooting – Spiel. Einfach ungeschminkt und mit Abendgarderobe in der Tasche ab 17 Uhr in die Las Vegas Bar auf die Gastronomie-Ebene kommen. Nach der Verwandlung in eine Königin der Nacht hält der hauseigene Fotograf das Ergebnis für die Zukunft fest. Infos und Anmeldung unter 0231-7740456 (ab 13 Uhr).

LadiesDay ist jeden Mittwoch. Freier Eintritt für Damen, zehn Prozent Rabatt aufs Buffet, Gutschein über einen 2-Euro-Glücksjeton sowie eine Teilnahmekarte fürs Gewinnspiel "Magische 13" bietet das Casino Hohensyburg an dem Tag.

Mehr zum Spielpalast online unter w w w.casino-hohensyburg.de.

Ausgabe 06. 2007

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009