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Das Gesicht 2009 

Traumberuf Model: "Gefragt sind natürliche Typen mit Ausstrahlung"

TV-Formate wie "Big Brother", "DSDS" oder "Germany’s Next Topmodel" zeigen, dass Selbstinszenierung in ist. Es ist der große Traum, quasi über Nacht ein Superstar zu werden. Oder eben ein Supermodel. Wer sich für attraktiv hält, zieht von Casting zu Casting, um seinen Traum zu verwirklichen. Und es sind nicht mehr nur die Modelmaße 90-60-90, die Frau haben muss, um auf dem Laufsteg Karriere zu machen.

Das bestätigt auch Karen Kelly, Model und Inhaberin der Dortmunder Agentur "Kelly Faces": "Gefragt sind natürliche Typen mit Ausstrahlung". Woman In The City besuchte die Modelagentur am Dortmunder Europaplatz.

Viele Mädchen und Frauen träumen davon, Model zu werden. Reicht es aus, hübsch zu sein?

Nur schön zu sein, reicht natürlich nicht aus. Wichtig sind eine positive Ausstrahlung, Charisma, Disziplin, ein sicheres Auftreten, eine gewisse Extravaganz, Laufsteg-Erfahrung und gute Umgangsformen. Und man muss ein Teamplayer sein. Bei unseren Hostessen kommen noch die rhetorische Versiertheit und Fremdsprachenkenntnisse hinzu.

Sie sprechen von Laufsteg-Erfahrung. Was ist mit Newcomern? Gibt es eine Art Ausbildung?

Meist bewerben sich Models mit Erfahrung, also Semi-Profis oder Profis mit bereits vorhandener Sedcard bei mir. Aber auch Newcomer. Die Bewerber, die in unser Agenturprofil passen, ganz gleich ob Profi oder Neuling, werden zu unserem monatlichen Casting eingeladen. Die "Ausbildung" beinhaltet natürlich das Laufstegtraining und das Einüben der Choreografie.

Wie bewirbt man sich als Newcomer bei Ihnen. Mit Fotos und Lebenslauf?

Ja, genau! Mit einem Portrait- und einem Ganzkörperfoto. Für die Bewerbung müssen die Bilder nicht hoch professionell sein. Aber für die Sedcard sind Profi-Fotos, wie sie bei den Bochumer Smile Studios angefertigt werden, zwingend erforderlich.

Wie viele Bewerbungen erhalten Sie monatlich?

So zwischen achtzig und einhundert. Manchmal auch haarsträubende Bewerbungen, wie etwa diese hier (lacht und zeigt auf dem Monitor das Ganzkörperfoto eines nackten Typen, der mit einer Hantel posiert, welche sein bestes Stück nur wenig verdeckt). Das ist zum Glück die Ausnahme! Auf so etwas antworte ich natürlich nicht, die werden gleich gelöscht.

Aus den diversen TV-Formaten sind ja durchaus böse Kommentare bekannt, wenn sich jemand als "talentfrei" herausstellt. Was tun sie in so einem Fall?

Bevor sich ein Bewerber oder eine Bewerberin große Hoffnungen macht, sage ich ganz klar, dass ich bei ihm oder ihr kein Potential sehe – etwa, wenn jemand einen unmöglichen Gang hat. Das geht gar nicht.

Welche Wege sollte man beschreiten, um diesen Beruf zu ergreifen? Reicht es aus, von Casting zu Casting zu ziehen?

Nein. Da sollte man sich keine großen Illusionen machen, dass es bei einem Casting mal klappt mit der Modelkarriere. Am besten wendet man sich an seriöse Agenturen, die einem tatsächlich die Chance geben, vermittelt zu werden. Leider tummeln sich auch in dieser Branche "schwarze Schafe", die etwa eine Aufnahmegebühr verlangen. Das ist unseriös. Wichtig ist, dass man in das Profil der Agentur passt. Darüber gibt zumeist schon die Hompepage Auskunft. Handelt es sich um eine Agentur, die nur 14 bis 20-jährige in ihrer Kartei hat oder ist es eine Agentur, die ihren Fokus auf Plus-Size oder Senior-Models legt?

Sie arbeiten ja selbst schon viele Jahre als Model-ist das wirklich ein Traumberuf oder gibt es auch Schattenseiten?

Model zu sein, war für mich persönlich ein Traumberuf. Man muss allerdings damit klar kommen, dass es ein Leben aus dem Koffer ist und meist auch das soziale Umfeld leidet oder ganz wegbricht. Man braucht sehr viel Disziplin, muss immer super gepflegt sein und sehr auf sich und sein Äußeres achten. Schön finde ich, dass man mit sehr vielen Menschen in Kontakt kommt und auch andere Kulturen kennenlernt.

Vor acht Jahren haben Sie Ihre Arbeit als Model eingeschränkt und die Agentur "Kelly Faces" gegründet. Warum?

Es war schon immer mein Wunsch, eine eigene Agentur zu leiten – frei nach dem Motto: "lebe deinen Traum"! Ich arbeite noch sehr gern als Model, aber ich nehme nur die Aufträge an, die mir auch Spaß machen. Es ist toll, wenn man sich die Jobs aussuchen kann.

Außerdem wollte ich mehr Zeit für meine Familie, vor allem für meine beiden Kinder Justin (12) und Jade (5), haben.

Es gab und gibt sie auch noch – die Diskussion um die sogenannten "Magermodels". In der Oliver Geissen Show wurde jüngst die Miss Molly gesucht*. Eine Trendwende?

Glücklicherweise hat sich inzwischen viel in unserer Branche verändert. Es wird mehr auf Glaubwürdigkeit und Authentizität gesetzt. Die meisten meiner Kunden wollen nicht mehr die perfekte Modeschönheit von 90-60-90 buchen, sondern jemanden, der zu ihrer Zielgruppe passt - das "Mädchen von nebenan" mit natürlichen weiblichen Rundungen, Frauen mit Format. Ich habe selbst Konfektionsgröße 40 (zeigt ein Prospektfoto, aufgenommen nach ihrer Schwangerschaft, auf dem sie einen "Muttertypus" verkörpert). Der Trend geht eindeutig weg von den "Magermodels", die auch immer wieder mal zusammenklappen, weil ihr Kreislauf schlapp macht. Allerdings werden sie für spezielle Auftritte, etwa bei besonders ausladenden Designerkreationen, nachgefragt.

Werden Models ausschließlich für Modenschauen benötigt oder gibt es noch andere Einsatzbereiche?

(Lacht und breitet Prospekte von Reiseveranstaltern, Wellness-Hotels und Möbelhäusern auf dem Tisch aus) Schauen Sie mal, diese Menschen hier sind alle Models. Fast alle. Hier, die 20-köpfige "gute Laune Reisegruppe" besteht aus acht Profi-Models, der Rest sind Statisten. Wir haben Models verschiedener Altersgruppen – vom Kind bis zum Senioren. Schon der demografische Wandel und die hohe Kaufkraft älterer Menschen bringt es mit sich, dass Senioren inzwischen viel stärker nachgefragt werden. Ich habe in meiner Kartei viele Damen und Herren jenseits der Sechzig.

Findet man in Ihrer Kartei nur hauptberufliche Models?

Nein, ich habe auch viele Studentinnen, die beispielsweise am Wochenende modeln. Als "Freizeitmodel" bringt es vielen einfach Spaß und Abwechselung. Unter den Senioren hatte ich eine Dame, Mitte 50, der das Modeln so viel Spaß gemacht hat, dass sie ihren Job als Internistin aufgegeben hat. Sie arbeitet jetzt als erfolgreiches Model in der Schweiz und ist viel in Apotheken- und Reformhauszeitschriften zu sehen.

Wie wählen Ihre Kunden die Models aus?

Die Kunden rufen an oder fordern die Sedcards eines bestimmten Modeltypus an oder wählen die benötigten Models aus unserer Internetdatenbank.

Für welche Kunden arbeiten Sie beispielsweise und was bietet Ihre Agentur?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich arbeite viel für Kunden aus der Touristikbranche, organisiere Modenschauen, u.a. bei der "Creativa" - Kelly Faces ist schon seit Jahren Service-Partner der Messe Westfalenhallen GmbH - oder das Modelcasting des Einrichtungshauses Finke. Für Messen bieten wir einen Rundumservice – von der Kreation der Modenschauen inklusive Stylist, Make-Up-Artist, Ton-und Beleuchtungstechniker über den Hostessenservice bis zum Moderatoren oder Simultandolmetscher. Wir haben auch Buchungen ins Ausland: Paris, London, Mailand, Budapest.

Frau Kelly, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gesicht 2009

Karen Kelly wird bei der Leseraktion "Das Gesicht 2009" die Bewerberinnen für den Laufsteg fit machen und mit ihnen die Choreografie für die Modenschau einüben. Als Inhaberin der Model Agentur Kelly Faces wird sie Mitglied der fachkundigen Jury sein, welche die Bewerberinnen auswählt. Informationen zum Contest unter: www.woman-itc.deKontakt: Agentur Kelly Faces, Dortmund, Tel: 0231-95988330, www.kelly-faces.de

Ausgabe 05-2009

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009