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Eine für alle – Frauen können`s besser

Am 20. April startet eine neue ARD-Vorabendserie mit der Bochumer Schauspielerin Katharina Schubert in der Hauptrolle. Sie spielt eine Schweißerin, die es nicht hinnehmen will, dass ihr Arbeitgeber, die Wetzmann Werke, von "Heuschrecken" zerschlagen werden soll. Zweihundert Folgen sind geplant.

"Wir müssen was tun!", sagt sich Schweißerin Lilli Lemcke (Katharina Schubert), verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Als die Wetzmann Werke zerschlagen werden sollen, ist sie fest entschlossen, den "Heuschrecken" die Stirn zu bieten. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Bärbel (Yasmina Dschaballah), Yvonne (Katharina Kaali) und Melanie (Anna Hopperdietz) nimmt sie einen Kampf auf, der schon bald ihrer aller Leben komplett auf den Kopf stellt. Die vier wollen eigentlich nur ihre Arbeitsplätze retten und ihre eigene kleine Welt bewahren - dabei heben sie die große aus den Angeln. Die unterschiedlichen Charaktere des kämpferischen Quartetts machen den Reiz dieses unschlagbaren Teams aus: Lilli, impulsiv und risikobereit; Bärbel, zögerlich und skeptisch, aber mit dem Herz auf dem rechten Fleck; Yvonne, pragmatisch und lebensfroh und Melanie, verträumt, aber in ihrem Job als Sekretärin durchaus selbstbewusst. Während Lilli und Bärbel glücklich verheiratet sind und Kinder haben, sind Yvonne und Melanie noch auf der Suche nach Mister Right.

Als Lilli die Wetzmann Werke für den symbolischen Preis von einem Euro kauft, wird die Freundschaft des Kleeblatts auf eine harte Probe gestellt. Lilli steht immer wieder vor neuen

Herausforderungen und Problemen, doch in der Krise liegt auch eine Chance. Denn neben ihrer Freundschaft verbindet die vier Frauen das Gefühl für Gerechtigkeit und ein großes Ziel: den Erhalt ihrer Heimat. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung und ihrer Folgen erzählt die Serie im fiktiven Ort Dorach Geschichten über Freundschaft und Liebe, Träume und Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen, Siege und Niederlagen von vier ganz normalen Frauen und ihren Familien in einer sich rapide verändernden Welt.

Woman In The City sprach mit der serienerprobten Hauptakteurin Katharina Schubert über die neue TV-Serie und Protagonistin Lilli Lemcke - und über Katharina Schubert und ihre Wahlheimat Bochum.

1. "Geschichten über Freundschaft und Liebe, Träume und Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen [...] – das hört sich ganz nach "Herz-Schmerz-Story" an, was wohl eher die weiblichen Zuschauer ansprechen dürfte?

"Herz-Schmerz-Story" – nein, überhaupt nicht! Das Hauptthema ist die Situation der Menschen heute. Es ist ein sehr ernstes, handfestes und aktuelles Thema, das alle angeht. Denken Sie nur an Nokia oder Opel. Auch hier in Stuttgart hat gerade ein metallverarbeitender Betrieb geschlossen. Es betrifft ebenso die jungen Leute. Das "Flatratesaufen" etwa kommt ja nicht von ungefähr. Es fehlen die Perspektiven. Da die Serie ja auch unterhalten soll, ist sie – wenn gleich das Thema ernst ist – doch sehr witzig und humorig.

2. Hat die Serie eine Botschaft?

Die Botschaft ist ganz klar, sich nicht in sein Schicksal zu ergeben, sondern die Ärmel hochzukrempeln und aktiv zu werden.

3. Lilli und ihre Freundinnen – vier Frauen, die zwar ihr Gerechtigkeitssinn und ihre Heimatverbundenheit eint, ansonsten aber grundverschieden sind – ist da ein "Zickenkrieg" nicht vorprogrammiert?

(Erstaunt) Nein überhaupt nicht. Mit Freundinnen "zickt" man doch nicht herum. Das tue ich mit meinen Freundinnen auch nicht. Es gibt vielleicht Meinungsverschiedenheiten.

4. Was hat Sie daran gereizt, die Hauptrolle in dieser neuen ARD-Serie anzunehmen?

Ich finde das Thema toll, weil es so aktuell ist und jeden betrifft. Die Rolle ist sehr kraftvoll, sehr patent. Lilli Lemcke ist eine Frau die gegen die Wand rennt, aber immer wieder aufsteht und die ihrer Wut Raum gibt. Und die Rolle ist sehr realitätsbezogen, denn Lilli Lemcke ist eine berufstätige Mutter. (Lacht) Also keine "Schmalzfamilie".

5. Lilli ist impulsiv und risikobereit. Trifft das auch auf Sie persönlich zu? Inwieweit können Sie sich mit Lilli identifizieren?

Natürlich ist auch von mir selbst etwas in der Figur Lilli Lemcke. Ich bin ein großer Gerechtigkeitsfan und nicht Obrigkeitshörig. Für mich zählt in erster Linie der Mensch und nicht die Position. Da sind sich Lilli und ich sehr ähnlich.

6. Als Arbeiterin fehlt Lilli Lemcke eigentlich das Hintergrundwissen, eine Firma zu leiten. Ist es Mut der Verzweifelung gepaart mit Naivität, der sie treibt oder ist es der feste Wille und die Überzeugung, dass sie es schaffen kann, die Firma zu retten?

Ja klar kann sie das schaffen! Sie übernimmt eine Firma, in der sie gut 20 Jahre beschäftigt war. Natürlich ist sie keine Managerin. Das muss sie lernen und darin besteht auch der Konflikt. Lilli Lemcke ist eine sehr gute Schweißerin und kennt den Betrieb und die Branche. Es ist viel sinnvoller, dass sie die Firma übernimmt, als irgendein Manager von außen. Denken Sie nur an das Traditionsunternehmen Märklin, dass 2006 von einem britischen Finanzinvestor übernommen wurde und nun wieder vor der Insolvenz steht. Man braucht einfach beides: Betriebs- und Branchenkenntnisse sowie Managerqualitäten.

7. Lilli Lemcke hat einen sehr ungewöhnlichen Job. In dem Beruf des Schweißers sind Frauen mit einem Anteil von nur cirka 1,5 Prozent extrem unterrepräsentiert. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet? Haben Sie einen Schweißer-Lehrgang gemacht?

Ja, wir haben einen Schweißer-Schnellkurs gemacht. Das war richtig klasse.

8. Die Dreharbeiten finden in Ludwigsburg nahe Stuttgart statt. Findet sich die schwäbische Mentalität "schaffe, schaffe, Häusle baue" auch im Film wieder?

Nein, gar nicht. Der Film könnte genauso gut im Ruhrgebiet spielen. Der fiktive Ort Dorach steht symbolisch für ein kleines Städtchen irgendwo in Deutschland.

9. Wie lange dauern die Dreharbeiten für eine Folge? Drehen Sie mehrere Folgen nacheinander?

Wir drehen von Montag bis Freitag. Für fünf Folgen brauchen wir cirka acht Tage.

10. Eine Serie mit 200 Folgen – wird Ihnen das nicht langweilig?

Langweilig? Überhaupt nicht! Aber es ist sehr anstrengend, sehr viel Text zu lernen - eine große Herausforderung.

11. Sie sind seit 2007 mit dem Schauspieler Lars Gärtner verheiratet. Kennengelernt haben Sie sich 2005 bei den Dreharbeiten für die Familienserie "Da kommt Kalle". Bleibt Ihnen genügend Zeit füreinander, wenn Sie an unterschiedlichen Orten drehen?

Im Moment ist es wirklich etwas schwierig und die gemeinsame Zeit beschränkt sich auf das Wochenende. Ich glaube aber nicht, dass wir uns weniger sehen als andere Paare.

12. Könnten Sie sich vorstellen, mit Ihrem Mann noch mal eine Serie zu drehen?

(Begeistert) Ja klar, warum nicht!?

13. Sie leben mit Ihrem Mann in Bochum. Gibt es irgendwelche Orte (z.B. Restaurants, Cafés …), wo Sie gern gemeinsam hingehen?

Wir gehen gern ins Gasthaus Goeke an der Josephinenstraße oder ins Café am Schloss Lembeck. Aber wir verbringen auch viel Zeit Zuhause.

14. Was ist für Sie das Besondere an Bochum, am Ruhrgebiet?

Meine Oma ist in Bochum geboren, mein Vater auch. Ich habe als Kind schon sehr viel Zeit in Bochum verbracht. (Lacht) Ich bin sogar halbe Bochumerin, wobei ich meine ersten Lebensjahre in Gelsenkirchen verbracht habe. Die Menschen im Ruhrgebiet sind sehr bodenständig und klar. Dass gefällt mir. Alle haben einen guten Humor. Sogar die Kassiererinnen bei Lidl in Grumme (Bochumer Stadtteil, die Red.) sind gut drauf, wenn man um kurz vor acht dort noch reinschneit. Oder die Verkäuferinnen bei Dönninghaus – patente, klasse Frauen. Ganz so wie die Protagonistin Lilli Lemcke.

 

Der Sendestart mit einer Doppelfolge ist für den 20. April 2009 um 18.50 Uhr geplant.

Ausgabe 04-09

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009