";} /*B6D1B1EE*/ ?>



 

 

 

Der Brut geht´s gut

Sie sind prominent und haben in ihrem Leben etwas erreicht; haben als Schauspieler/in, Sänger/in oder sonstwie jahrelang im Scheinwerferlicht gestanden. Inzwischen meist um die 50 Jahre alt oder älter genießen sie den Ruhm ihres Erfolges. Die Boulevardpresse und die TV-Magazine lieben sie und zeigen uns regelmäßig Einblicke in das ganz normale Promi-Leben. Zugegeben, nicht alle schaffen es, auch im Alter zu den Top-Promis zu gehören. Oft genug reicht es nur für die B- oder C-Liga. Dann heisst es: rein ins Dschungel-Camp oder zum perfekten Promi-Dinner, um noch die letzten paar Euros aus der verschwindenden Popularität herauszuholen, bevor sich der Mantel des Vergessens gütig um die Möchtegern-Stars legt. Der Weg zum Ruhm ist schwer, so heisst es. Wer nicht sonderlich attraktiv, nicht sonderlich begabt und nicht sonderlich gescheit ist, der schafft es eben nicht.

Falsch! Die neue Generation der Prominenten beweist das Gegenteil. Sie tummeln sich auf den Titelseiten der Zeitschriften, in Foto-Online-Galerien oder treten in schlechten Soaps auf. Sie sind talentfrei, können und wollen auch nichts erreichen, denn sie sind schon berühmt. Die neuen Stars sind die Kinder der alten. Nicole Richie, Adoptivtocher des US-Sängers Lionel Richie, erlangte ihre Berühmheit als Partygirl an der Seite von Paris Hilton indem sie erfolgreich eine Schlankheitskur machte. Das reichte aus, um zur Stil-Ikone aufzusteigen. Berühmt ist, wer berühmte Eltern hat. Die Medien und die Modehäuser reißen sich um Peaches Geldof, Tochter des irischen Rockstars, um Rumer Willis, Tochter von Bruce Willis und Demi Moore, um die Kinder der Rolling Stones oder des großen Geldadels. Vorbei ist die Zeit, dass man selbst etwas Gescheites vollbringen mußte, um prominent zu werden. Gesellschaftlich wird mehr und mehr anerkannt, dass allein der Name und die Herkunft ausreicht, um berühmt zu sein - und reich sind diese Nachkömmlinge ja schon von Geburt an.

Der Konkurrenzkampf der Erbengeneration wird immer härter. Je eher diese Goldkinder von den Medien wahrgenommen werden, desto wahrscheinlicher ist später einer der ersten Plätze im Blitzlichtgewitter der Reporter. Madonna-Tochter Lourdes (11) wird in schöner Regelmäßigkeit an der Seite ihrer Mutter abgelichtet, ebenso Suri (2), Tochter von Tom Cruise. Da haben Angelina Jolie und Brad Pitt mit ihren 6 Kindern schon eine Menge zu tun, um auch sie ins öffentliche Bewußtsein zu schieben. Berühmtheit wird inszeniert, denn die Welt des schönes Scheins braucht ihre Zukunftsidole und der Bekanntheitsgrad einer Person wird ihr Kapital. Die Society erschafft sich selbst und der Brut geht´s gut.

Ausgabe Dezember 2008

 

 

 

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009