";} /*B6D1B1EE*/ ?>



 

 

 

Gierhälse

Es waren unruhige Wochen: Wullfs Nehmerqualitäten beherrschten die Titelseiten, Assads Terror gegen das eigene Volk und immer wieder Griechenland. Ein prima Umfeld, in dem der Selbstbedienungsskandal der Politiker des NRW Landtages schnell unterging. Da schaufeln sich die Parlamentarier mal eben kurz eine Diätenerhöhung von 500 € pro Monat in die Tasche. Glückwunsch! Damit steigt das „Monatsgehalt“ nun auf 10.726 €. Als Abgeordnete/r braucht man eben keine Gewerkschaft, keinen Betriebsrat oder gar Tarifverhandlungen. Zwar votierten 32 der 181 Abgeordneten gegen die Erhöhung, aber einsacken werden auch sie das Geld trotzdem. Da fällt es leicht, mal scheinbar gegen den Strom zu schwimmen. Vier Grüne gaben sogar zu Protokoll, nur aus Fraktionsräson dafür gestimmt zu haben. Tja, die Partei hat immer recht....

Dieser „außerplanmäßige“ Zuschlag soll vollständig in die Altersversorgung fließen, genauer gesagt in das Versorgungswerk der Parlamentarier. Der Bund der Steuerzahler hat errechnet, dass ein 30jähriger Abgeordneter künftig nach zwei Wahlperioden einen Rentenanspruch von 2.543 € hat. Das ist doch wohl eine Hausnummer- ganz ohne Riester-Rente oder privater Rentenversicherung. Im Vergleich dazu erreicht ein Durchschnittsverdiener mit einem Gehalt von 2.625 € nach 10 Jahren Berufstätigkeit einen Rentenanspruch von 824 €.

Da ist es richtig schade, das es nicht den Ausbildungsberuf des Abgeordneten gibt. Drei Jahre Ausbildung, ab in den Landtag und nach 10 üppig Jahren versorgt. Das hat doch was. Und wer es gar 20 Jahren aushält, darf sich auch 4.444 € Rente freuen. Andererseits sind die meisten Politiker nach ihrer Abwahl ja auch schwer vermittelbar, weil sie keinen vernünftigen Beruf erlernt haben. Aber müssen wir Wähler deshalb machtlos zusehen, wie sich jene, die wir gewählt haben, ihre Taschen füllen? Ja, müssen wir, denn die Abgeordneten sind nur ihrem Gewissen verpflichtet.

Und natürlich hoffen sie alle im Landtag, dass wir schnell vergessen, denn im Sommer steht wieder die Diskussion über die turnusgemäße Diätenerhöhung an. Glaubt irgend jemand, dass dabei eine Nullrunde herauskommt? Wie schade, dass wir diesen Politiker nicht einmal eine Auszeit verordnen können. Zum Beispiel zwischendurch einmal 4 Jahre in der richtigen Berufswelt arbeiten. Dann würden sie vielleicht erkennen, in welchem Elfenbeinturm sie sitzen.

Ausgabe 0312

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009