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Raus aus der Umweltfalle

Die Deutschen sind Weltmeister! Nein, nicht mehr nicht im Export, diesen Platz mussten wir an China abtreten, aber im Umweltschutz. In Deutschland wird der Müll so begeistert getrennt, dass sich andere Nationen verwundert die Augen reiben: drei verschiedene Behälter für den Hausmüll, Container für weißes, braunes und grünes Glas, dazu Altkleidercontainer und Batteriesammelstellen. Diese intensive Mülltrennung suggeriert dem Verbraucher: alles wird wiederverwertet. Aber ist das wirklich so? Beim Plastikmüll z.B. muss das Duale System nur 36 %des des Mülls verwerten, der Rest wandert in aller Regel in die Müllverbrennung.

Auch beim Wassersparen stellen wir einen Rekord nach dem anderen auf. Dabei herrscht in unserem Land keine Wasserknappheit. Im Gegenteil: der sinkende Verbrauch führt dazu, dass das Trinkwasser zu verkeimen droht und die Wasserversorger täglich hunderttausende Liter in die Gullys laufen lassen, um die Fließgeschwindigkeit in den Rohren zu erhalten.

Beim Stromsparen wurden neue Zeichen gesetzt. Die Glühbirne wird nach 130 Jahren abgeschafft und durch die Energiesparlampe ersetzt. Diese Lampe wird zu 80% in China hergestellt, enthält giftiges Quecksilber und gilt als Sondermüll. Man sollte sie also besser nicht fallen lassen und Verbraucherschützer warnen davor, sie in Kinderzimmer einzuschrauben.

Selbst die Autofahrer haben sich aktiv am Umweltschutz beteiligt. Jedes Auto beweist durch eine Umwelt-Plakette, dass es in den Umweltzonen fahren darf und hunderttausende Besitzer von Dieselfahrzeugen haben ihr Fahrzeug mit Rußfiltern nachgerüstet. Kampf dem Feinstaub, rettet die Umwelt. Trotzdem werden die Grenzwerte regelmäßig überschritten, denn der Autoverkehr trägt nur zu rund 11% zum Feinstaubbelastung bei (Spiegel11/2011).

All das und noch viel mehr hat der deutsche Verbraucher ohne Murren und Knurren hingenommen bzw. perfektioniert. Und jetzt das: Die Autofahrer weigern sich den neuen Biosprit E 10 zu tanken. Was ist da los?

Wieder einmal wurde ein Umweltgesetz von den Politikern im Hauruck-Verfahren durchgesetzt. Alle Parteien sind für den Umweltschutz, aber keine denkt das Problem zu Ende. Der Bürger wird nicht umfassend informiert, es reicht ja, wenn er brav mitmacht. Das scheint nun vorbei zu sein. Selbst Behörden nehmen davon Abstand, die eigenen Dienstfahrzeuge mit Biosprit zu betanken. Die Verwirrung ist groß: manche Autos vertragen den Biosprit nicht – Motorschäden sind möglich, der Verbrauch für die gleiche Strecke steigt, Anbauflächen für Nahrungsmittel werden zugunsten der Produktion von Bio-Ehtanol genutzt. Dient das wirklich dem Klimaschutz? Nicht alles, was zum Schutz der Umwelt eingeführt wird, hilft der Umwelt wirklich. Ökologisches Bewußtsein bedeutet, mit der Umwelt behutsam umzugehen und sie vor den negativen Auswüchsen der eigenen Gesellschaft zu schützen. Vor allem aber auch, die Milliardeninvestitionen sinnvoll einzusetzen. Die Umweltstandards in Deutschland sind bereits sehr hoch und wir brauchen sicherlich nicht für alles und jedes neue Umweltgesetze. Saubere und umweltfreundliche Technologien in jene Länder zu exportieren, die sie bitter nötig haben, hilft der Umwelt mehr, als ein Brüsseler Beschluss, die stand-by-Taste bei Elektrogeräten zu verbieten.

Umweltschutz ist nicht ausschließlich eine Frage der Gesetzgebung, sondern eine Frage des Bewusstseins. Schneller, höher, weiter und billiger kann kein Zukunftsmodell für alle sein, das sollte spätestens seit Fukushima allen klar sein. Mal das Auto stehen lassen, bewußter konsumieren, Müll und Einwegverpackungen vermeiden, zum Öko-Strom-Anbieter wechseln und zum Stromsparen einfach mal das Licht ausschalten, das hilft der Umwelt mehr als mach´ zweifelhafte Gesetzgebung.

Ausgabe 04-2011

 

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