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Der Triumph der Nichtraucher!

Jetzt ist es soweit: Jetzt dürfen Raucher/innen in Eckkneipen nicht mehr rauchen und in Gaststätten mit zwei Räumen nur im kleineren, abgetrennten Raum, in großen Ein-Raum-Restaurants gar nicht. Nichtraucher haben nun Anspruch auf den alleinigen Aufenthalt in der Ein-Raum-Gastronomie und auf den größeren Raum, sonst wäre dies eine Diskriminierung der Nichtraucher.

Nun dürfen wir Raucher in abgetrennte Ecken neben der Toilette drängen oder bei Wind und Wetter draußen stehen – weil wir in der Vergangenheit einen Fehler gemacht haben. Fast jeder kennt die Situation. Mann/Frau sitzt in der Kneipe, trinkt ein Bier oder hat im Restaurant sein Essen beendet und greift nach der Zigarette. Da kommt vom Nebentisch eines uns fremden Gastes die tückische Frage: "Können Sie die Zigarette nicht auslassen?" oder alternativ "Blasen Sie doch bitte den Rauch in die andere Richtung, ich bin Nichtraucher/in". Und was haben wir gemacht? Wir waren höflich oder hatten Angst, als charakterlos zu gelten und haben sogar manchmal auf´s Rauchen verzichtet. Richtig wäre gewesen, darauf hinzuweisen, dass wir zwar in einer Wirtschaft sitzen, aber in einer Marktwirtschaft leben. Wer nicht mit Rauchern seine Freizeit verbringen will, konnte dies doch in einer rauchfreien Gaststätte oder einem Restaurant tun. Gab es aber nicht bzw. nur in wenigen Ausnahmen und weil das Wirtschafts-System nicht funktioniert hat, muss jetzt die Eckkneipe sterben und die Gastronomie fleißig investieren. Noch deutlicher wäre der Hinweis gewesen: "Geh´ doch, wo du wohnst". In seinen eigenen vier Wänden kann jeder machen, was er/sie will, sogar Nichtrauchen und auch Nichraucherfreunde einladen.

Aus – vorbei, die Raucher haben auf ganzer Linie verloren. Die Raucher-Ikonen Helmut und Loki Schmidt (beide 89 Jahre), haben es uns noch einmal vormachen wollen. Wo kein Kläger – da kein Richter. Denkste! Da kann sogar ein Gesundheitsfanatiker berühmt werden, der die beiden wegen Körperverletzung verklagt, weil er im Fernsehen gesehen hatte, wie beide gemütlich bei einem Neujahrempfang in einem Theater ein Zigarettchen rauchen. Da fällt mir ein Spruch ein: Der größte Schurke im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant – oder so ähnlich. Natürlich ist das Qualmen schädlich, ein Laster und ein Verstoß gegen die Gesundheit. Aber die Allianz auf Aufsteigern und Gesundheitaposteln hat es geschafft, das einstige Zeichen für Weltläufigkeit, Genuß und Lebensart (Zigarren) aus der Öffentlichkeit zu verbannen und zu kriminalisieren. Wer raucht ist potenziell charakterlos, schwach und sollte schuldbewußt sein (aktuelles Beispiel ist Bundestrainer Jogi Löw, der erklären musste, das er Genußraucher ist und nur hin und wieder eine (!) Zigarette raucht). Das Rauchverbot in Fußballstadien und bei Konzerten ist der nächste Schritt dieses Kreuzzuges.

Aber zeigen wir Größe in der Niederlage und denken wir daran, dass hundertausende von Mitarbeitern in der Gastronomie dankbar sind, von nun an rauchfrei arbeiten zu dürfen. Gesünder arbeiten – aber nicht besser bezahlt, denn die nötigen Umbaukosten werden nicht zu Lohnerhöhungen führen. Und jene, die durch Schließungen arbeitslos werden, dürfen sich jetzt einen neuen, rauchfreien Arbeitsplatz suchen.

Vielleicht in der deutschen Tabakindustrie, die soll nämlich noch wachsen. Vor wenigen Wochen haben genau jene EU-Parlamentarier, die ein "rauchfreies Europa" durchsetzen wollen, die Subventionen für den europäischen Tabakanbau kräftig erhöht: auf 338 Millionen Euro jährlich bis 2012 – aus der Steuerkasse (Der Spiegel 22/2008).

Was uns Raucher/innen bleibt, sind die kleinen Freuden des Alltages, wenn wir mit unseren Freunden aus der Gastronomie draußen stehen, plaudern und rauchen – und drinnen die Nichtraucher 15 Minuten auf das 7-Minuten-Pils warten.

JT

 

 

 

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