";} /*B6D1B1EE*/ ?>



 

 

 
Google: Sei nicht böse!

 

Seit vielen Monaten tobt zwischen Google und deutschen Datenschützern ein Streit über die Rechtmäßigkeit der Straßenansichtsfunktion Street View und vor Kurzem wurde bekannt, daß die Kamera-Aotos auch Nutzerdaten aus drahtlosen Computernetzen (WLAN) aufgezeichnet haben. Dabei habe es sich um Internetadressen und Teile von Emails gehandelt. Ein Versehen?

Nachdem es zeitweise so aussah, als wenn der Dienst auf Grund des Streites hierzulande gar nicht starten würden, überraschte Google jetzt mit einem Launch-Termin zum Ende des Jahres. Street View ist auf den ersten Blick eine praktische Funktion, sie kann beispielsweise genutzt werden, um sich vorab über Urlaubsziele zu informieren. Es ist möglich, die unmittelbare Nachbarschaft eines als ruhig beworbenen Hotels auf angrenzende Discos, große Straßen oder andere Lärmquellen zu überprüfen. Auch Immobilien-Interessenten dürften die Funktion zu schätzen wissen, da sie Ihnen schon vor einem Besichtigungstermin zahlreiche Informationen über das Objekt und seine Lage bietet. Wie weltweit üblich werden auch hierzulande sämtliche Gesichter von zufällig fotografierten Personen sowie Kfz-Kennzeichen automatisch verpixelt. Trotzdem schlagen die Kritiker Alarm und warnen vor einem weiteren Eindringen in die Privatsphäre. Und in der Tat, bei genauerer Betrachtung gleicht die weltbeherrschende Technikfirma einer Datenkrake und mit dem neuen eigenen Betriebssystem „Chrome OS“ und dem Handy „Nexus One“ schlängeln sich wieder zwei Arme des Kraken um den Erdball.

Googel macht sich für den Nutzer unendbehrlich. Man schreibt seine Mails mit Google, erstellt seine Dokumente und Briefe mit dem kostenlosen „Google Text und Tabellen“, im „Google Kalender“ speichert man seine Verabredungen, auf „Picasa“ zeigt man seine Urlaubsfotos und auf „YouTube“seine Urlaubsfilmchen; mit „Blogger“ erstellt man seinen Blog, über „Google Checkout“ wickelt man seine Internet-Einkäufe ab, über „Google Voice“ plaudert man online, Bücher liest man in „Live Search Books“.

Google Maps“ zeigt wie man von Punkt A zu Punkt B kommt, und wer eine ständige Internet-Verbindung mit seinem Handy hat, kann „Maps Navigation“ als Navi nützen – natürlich kostenlos. Genauso wie „Google Goggles“, das Sehenswürdigkeiten erkennt, die man mit dem Handy fotografiert, und den Reiseführer dazu liefert. Wer schnell auf einen Kaffee will, lässt Google über sein Handy im Internet ein nahe gelegenes Kaffeehaus suchen – den Standort weiß die Suchmaschine dank der Umgebungsbilder oder aus Verbindungsdaten.

 

Und alle Daten werden gespeichert und befinden sich auf irgendeinem Google-Server irgendwo auf der Welt. Jederzeit anrufbar - nur nicht durch den Betroffenen selbst! Niemand würde einer öffentlichen Institution so viele persönliche Daten geben. Um das Wissen, das die kalifornische Firma über jeden Einzelnen gespeichert hat, beneidet sie jede Polizeibehörde. Man tue nichts Böses mit den Daten, erklärt Google und verweist auf das inoffizielle Firmenmotto „Don't be evil“. Außerdem führe man ja nur Informationen zusammen, die irgendwo da draußen im Cyberspace sind. Nachdenklich wird man aber trotzdem, wenn man Google Chef Eric Schmidt einmal genau zuhört. In einem Interview sagte er: Wer etwas privat halten wolle, „der sollte es nicht ins Internet stellen. Das klingt nicht unbedingt so, als messe Google der Privatspähre eine Bedeutung zu, ganz nach dem Motto: wer seine Daten bei Google abgibt, verliert das Recht auf diese Informationen. Da stellt sich die Frage, was ist, wenn Google einmal böse wird?

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009