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Alaaf und Helau!

Die tollen Tage stehen vor der Tür. An Rhein, Ruhr und Wupper wird über den
Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag bis zum Fastnachtsdienstag - auch Veilchendienstag genannt – gefeiert, was das Zeug hält. Prinzenpaare und Dreigestirne repräsentieren allerorts den örtlichen Karneval, Umzüge und Karnevalssitzungen bieten den Jecken mannigfaltige Gelegenheiten ausgelassen zu feiern. Im Mittelalter stand die Fastnacht symbolisch für die Herrschaft des Teufels. Ihre wilden Feiern und ausschweifenden Gelage wurden von der Kirche als mahnendes Negativbeispiel geduldet. Mit dem Aschermittwoch endete dann diese sündenvolle Zeit und der Staat Gottes hielt wieder Einzug, der nun mit dem reuigen Akt des Fastens begrüßt wurde. So symbolisieren diese zwei Zeiträume gemeinsam den Kreislauf von Sünde, Reue und Vergebung. Aber Vorsicht, denn so manche Jecken, die bereits am Donnerstag in die Weiberfastnacht starten und in den darauf folgenden Tagen kaum wieder zur Besinnung kommen, können sich am Aschermittwoch noch an die Sünden erinnern und empfinden Reue, hoffen aber vergeblich auf Vergebung.

Wem der traditionelle Karneval mit Kostümen, Kamellen und Büttenreden nicht so sehr behagt, muss dennoch nicht völlig auf das närrische Treiben verzichten. Alternative Veranstaltungen wie z.B. der Dortmunder Geierabend oder die Kölner Stunksitzung bieten mit Spott und satirischen Anspielungen einen anarcho-karnevalistischen Rundumschlag.

Aber nicht jeder kann der fünften Jahreszeit etwas Positives abgewinnen – so wie 1995 der Büttenredner in Flörsheim am Main. Die Sitzung wurde vorzeitig beendet und der Redner musste nach dem Vortrag unter Polizeischutz rausgebracht werden.

Alaaf und Helau! – Seid ihr bereit?
Willkommen zur Beklopptenzeit!
Mer kenne des aus Akte X,
doch Mulder rufe hilft da nix,
des kommt durch Strahle aus dem All,
und plötzlisch ist dann Karneval!

(Tusch)

Uff einen Schlach werd’n alle dämlisch,
denn das befiehlt das Datum nämlisch!
Es ist die Zeit der tollen Tage,
so eine Art Idiotenplage,
eine Verschwörung, blöd zu werden,
die jährlich um sich greift auf Erden.
Ei’ wahre Ausgeburt der Hölle,
und Ausgangspunkt davon ist Kölle!

(Tusch)

Denn dort gibt’s nisch nur RTL,
das Fernseh-Einheitsbrei-Kartell,
sondern aach jede Menge Jecken,
die sisch auf Nasen Pappe stecken,
in Teufelssekten sich gruppieren
danach zum Elferrat formieren
und dann muss selbst das döfste Schwein
dort auf Kommando fröhlisch sein.

(Tusch)

Auf einmal tun in allen Ländern
die Leude sisch ganz schlimm verändern
Sie geh’n sisch hemmungslos besaufe
und fremde Mensche Freibier kaufe
schmeiße sisch Bonbons an die Schädel,
betatsche Jungens und aach Mädel
und tun eim jede, den sie sehen,
ganz fuschtbar uff de Eier gehen!
Sie tun nur noch in Reime spreche
und sind so witzisch, man könnt’ breche,
bewege sisch in Polonäsen,
als trügen sie Gehirnprothesen,
man möschte ihnen – im Vertrauen
- am liebsten in die Fresse hauen!

(Tusch und Konfetti-Kanone)

Doch was soll man dagege mache?
Soll man vielleicht noch drüber lache?
Es hilft kein Schreie und kein Schimpfe,
man kann sisch nich mal gegen impfe,
die Macht der Doofen ist zu staak,
als dass man sisch zu wehr’n vermag!

(kein Tusch)

Am besten ist, man bleibt zu Haus
und sperrt den Wahnsinn aanfach aus.
Man schließt sich ein paar Tage ein
und lässt die Blöden blöde sein!
Der Trick ist, dass man sich verpisst
bis widder Aschermittwoch ist!
Und steht ein Zombie vor der Tür,
mit so ‘nem Pappnasengeschwür,
und sagt statt "Hallo" nur "Helau",
dann dreh sie um, die dumme Sau,
und tritt ihr kräftisch in den Arsch
und ruf dabei: Narrhalla-Marsch!

"Vielen Dank ...";

(Tusch,  Narhalla-Marsch mit schnellem Weglaufen)

Ausgabe 02/10

 

 

 

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