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Analogkäse und Gel-Schinken auf dem Vormarsch

Grundsätzlich sind die Deutschen ja nicht als Geniesser bekannt, das trifft wohl eher auf die Franzosen zu. Trotzdem kann sich die deutsche Küche sehen lassen und hat wesentlich mehr zu bieten als Eisbein mit Sauerkraut, auch wenn das Japaner und Amerikaner meinen. Kochsendungen sind voll im Trend und die Verbraucher verwenden immer häufiger Lebensmittel aus biologischem Anbau und achten auf Gütesiegel. Auch Produkte aus fairem Handel erfreuen sich großer Beliebtheit, obwohl diese meist teurer sind.

Trotzdem braucht die Gastronomie nicht zu klagen. Fastfood verzeichnet weiterhin Zuwachsraten, denn auf den Burger zwischendurch wird nicht verzichtet. Die Restaurants sind trotz Wirtschaftskrise voll und der Run auf die Lieblingspizza ist ungebrochen. Aber der Gast sollte zukünftig vorsichtiger sein und die Angaben auf der Speisekarte aufmerksamer lesen, denn gepanschte oder imitierte Nahrungsmittel sind auf dem Vormarsch. Formfleisch ist wohl allgemein bekannt und jeder weiss, das es sich dabei um industriell zusammengesetzte Fleischreste handelt. Verwendet wir dieses Formfleisch zum Beispiel für Kochschinken, Schnitzel oder Chicken Nuggets und nach den deutschen Leitsätzen besteht es nur aus Fleisch. Was aber nun teilweise auf den Tisch kommt, könnte dem sensibleren Gast durchaus auf den Magen schlagen. Wer Pizza mit Käse oder einen überbackenen Gemüseauflauf bestellt erfährt in der Regel nicht, wenn er mit einem billigen Imitat abgespeist wird. Der Analogkäse findet zunehmend seinen Weg in Bäckereien und Pizzarien und ist kein Milchprodukt, sondern besteht aus Wasser, Pflanzenöl, Sojaeiweiß und Stärke.

Diese Irreführung mit minderwertigen Produkten setzt sich beim Gel-Schinken weiter fort. Dieser besteht hauptsächlich aus gebundenem Wasser und Stärke und hat mit dem Schinken, den man aus der Wursttheke kennt, rein überhaupt nicht zu tun.

Diese Produkte aus dem Chemiebaukasten werden deshalb gerne eingesetzt, da sie bis zu 80 Prozent billiger sind als die Original-Lebensmittel und der Konsument nicht erkennt, dass es sich dabei um billige Ersazstoffe handelt. Getrickst und getäuscht wird aber nicht nur bei Käse und Schinken. Die Wasabi Erdnüsse der Firma Lorenz Bahlsen enthalten keine Spur des echten japanischen Meerrettichs, sondern minderwertige Zutaten. Die Mini-Kekse Bolde von Delacre haben statt Schokoladenfüllung eine "Kakaocremefüllung mit billigem Schokoladen-Imitat".

Gesundheitsschädlich ist das alles kaum, aber eine Irreführung des Kunden ist das allemal. Wir alle sind deshalb gut beraten, uns einerseits nicht durch fantasiereiche Bezeichnungen wie "Hähnchenschnitten" und Bildern von saftigem Fleisch täuschen zu lassen. Viel wichtiger ist es, die Angaben auf der Verpackung zu lesen. Sobald dort keine eindeutigen Angaben zu lesen sind und mit blumigen Vergleichen gearbeitet wird, ist Vorsicht geboten. Die Angabe "mit Vanille-Geschmack" heißt eben genau das: keine Vanille, sondern nur der Geschmack. Also - Augen auf beim Lebensmittelkauf und achten Sie beim nächsten Bäcker-Besuch darauf, dass das Käsebrötchen auch "echt" ist und die Garnele nicht aus gepresstem Fischeiweiß in Garnelenform besteht. Guten Appetit!

 

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