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Arme Kinder bleiben arm

Die Sommerferien sind da. Zehntausende von Jugendlichen nutzen die Ferien, um sich auf die neue Schulzeit vorzubereiten. Fahren nach Malle oder Fuerte. Dank der Billigflieger ist dies schon - all inclusive - für ein paar Hundert Euro möglich. Wer von den Eltern keine finanzielle Unterstützung bekommen kann, sucht sich einen Ferienjob, um die Reise zu finanzieren.

Zugegeben, in der heutigen Zeit ist es schwieriger denn je. Aber vielleicht klappt es ja doch und ein paar Wochen Aushilfstätigkeit reichen dann für den Kurzurlaub. Dieser Verdienst ist meist von allen Steuern und Sozialabgaben befreit. Jugendliche, deren Eltern finanziell gut ausgestattet sind, haben den Ferienjob in der Regel nicht nötig. Da sorgen die Eltern schon dafür, dass sich ihre Sprösslinge gut und teuer entspannen können, um sich auf den Konkurrenzkampf der Zukunft vorbereiten zu können.

Aber was ist mit den Kindern, deren Eltern in das Loch gefallen sind? Das Loch der Perspektivlosigkeit und der Arbeitslosigkeit – die Kinder jener Eltern, die früher bei Nokia beschäftigt waren und nun arbeitslos sind oder die noch Arbeit bei Opel und Karstadt haben und zu recht befürchten müssen, in Kürze in die Arbeitslosigkeit abzusteigen.

Oder mit den rund 2 Millionen Kindern der sogenannten Hartz-IV-Generation, über die so gern an jedem Tresen in Deutschland diskutiert wird. Kinder, deren Eltern ohne Arbeit mit Sozialgeld und sonstigen Zuwendungen 1.400 Euro monatlich erhalten. Familien, in denen seit Jahren noch nie jemand einer geregelten Arbeit nachgegangen ist oder nachgehen konnte.

Stellen wir uns einfach mal vor, ein Jugendlicher aus diesen Familien ergattert einen der begehrten Ferienjobs und kann in 4 Wochen 600 Euro für den eigenen Urlaub verdienen, und kommt stolz nach Hause und erzählt es den Eltern. Der erste eigene Urlaub – selbst finanziert. Aber was passiert? Die Eltern stehen kurz vor dem Herzkollaps. Denn unserer Regierung hat in ihrer Weisheit strenge Zuverdienst-Regeln bei Hartz IV beschlossen. Lediglich 100 Euro sind frei, jeder weitere Cent wird auf das Arbeitslosengeld II oder das Sozialgeld für die Kinder angerechnet. Verdient also dieser Jugendliche durch eigene Arbeit eben diese 600 Euro dazu, darf er lediglich 200 Euro behalten. Der Staat kassiert das Geld des Kindes und verringert so seine eigene Leistungen an die Eltern.

Wie lässt sich so etwas moralisch vereinbaren? Welchen Sinn macht es, dass der Ferienverdienst der Kinder von Hartz-IV-Empfängern angerechnet wird? Jugendliche, die durch Eigeninitiative dem Elend entkommen wollen und ihren Platz an der Sonne und in der Gesellschaft selbst verdienen wollen, werden von der Arbeit fern gehalten oder in die Schwarzarbeit gedrängt. Das ist die Realität in unserem krisengeschüttelten Land. Armes Deutschland, das so mit seinen Kindern umgeht.

Ausgabe 08 - 09

 

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