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Frei Bahn für Mogelpackungen

Im Juni 2009 ist es wieder soweit: 375 Millionen Menschen sind aufgerufen, das neue europäische Parlament zu wählen. Die dann neu gewählten Abgeordenten werden für 5 Jahre über neue Regelungen des europäischen (Wirtschafts-)Lebens entscheiden. Viele Gesetze und Verordnungen hören sich zwar gut an, lassen aber oft Zweifel am gesunden Menschenverstand der Entscheider auftreten. Da gibt es zum Beispiel das Projekt "Entbürokratisierung", welches uns eine seit dem 11. April gültige neue Verordnung beschert hat: die Abschaffung von Standardgrößen bei den Lebensmittelverpackungen.

Bisher konnten sich die Verbraucher/innen darauf verlassen, dass z.B. eine Standardtafel Schokolade 100g schwer war und eine Packung Milch immer 1l Inhalt hatte. Diese Zeiten sind jetzt vorbei. Die neue Verordnung gibt den Herstellern jetzt die Freiheit, die Verpackungsinhalte nach Lust und Laune zu variieren. So wird es nicht lange dauern, bis die Schokolade nur noch 90 Gramm wiegt, der "Liter O-Saft" nur noch 0,9 Liter enthält. Aber auch in die andere Richtung wird es Veränderungen geben. Krumme Maße nach oben 1,1 Liter oder 125 Gramm werden für weitere Verwirrung sorgen und den Preisvergleich der Produkte schwerer machen. Wir Verbraucher werden uns schnellsten daran gewöhnen müssen, dass der konkrete Preis eines Produktes keine Aussagekraft mehr enthält. Wichtig ist allein der heute schon vorgeschriebene Grundpreis, der auf jedem Preisschild im Regal und in jedem Werbeprospekt angegeben werden muß. Er bezieht sich auf jeweils 100 oder 1000 Gramm bzw. einen Liter oder 100 Milliliter und stellt den echten Warenpreis dar. Allerdings haben die Bürokraten dabei eine wichtige Regelung "vergesesen", nämlich die Schriftgröße der Angaben festzulegen. So muss die Angabe des Grundpreises nicht die gleiche Größe haben, wie der konkrete Einzelpreis; sie kann also deutlich kleiner sein und das ist ja schon heute in den Supermärkten zu beobachten. Ohne Taschenrechner oder Brille ist ein Preisvergleich fast unmöglich.

Also: Augen auf bei Einkauf und nicht nur auf die Verpackungsgröße achten, denn da wird der Schwindel losgehen. Die schon vor Jahren aufgehobene Verpackungsordnung für Kosmetika und Reinigungsmittel dokumentiert, was passieren wird. Bei Waschpulver blieben die Verpackungsgrößen und der Preis erhalten, aber der Inhalt verringerte sich bis zu 10 %, Gleiches war u.a. bei flüssigen Reinigungsmitteln zu beobachten. Nun betrifft dies alle Produkte – also Vorsicht. In Zukunft nicht mehr einfach blind das Lieblingsprodukt in den Einkaufswagen legen, sondern besonders auf die Preisangaben achten – und zwar auf den Grundpreis.

Wenn wir schon keinen direkten Einfluß auf die zum Teil unsinnigen und fragwürdigen Entscheidungen der Politiker haben, so haben wir doch die Macht, der drohenden Mogelei mit Umsicht und durch bewußte Kaufentscheidungen entgegenzutreten.

Ausgabe 05-2009

 

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