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Liebesgrüße aus Wattenscheid

Kinderjahre eines Meisterspions

Sein Name ist Bond – James Bond. Seines Zeichens wohl berühmtester Agent des britischen Nachrichtendienstes MI6. Jeder weiß, daß er regelmäßig die Welt vor dem Untergang rettet und zwischendurch seinen Martini trinkt und die schönsten Frauen seiner (Film-)Zeit verführt. In 20 Filmen trat James Bond gegen das Böse an, doch über seine Herkunft oder seine Jugendjahre war bislang wenig bekannt.

 

Nun aber wurde sein Geheimnis gelüftet: John Pearson erteilt in seiner Biographie über den Schriftsteller Ian Flemming, der Erfinder von James Bond, detailliert Auskunft über die Kinderjahres des späteren Retters der Menschheit.

Demnach erblickte James Bond am 11. November 1920 als Sohn des schottischen Ingenieurs Andrew Bond und der Schweizer Bergsteigerin Monique Bond, geborene Delacroix, das Licht der Welt. Nachdem die Eltern 1931 bei einem Ski-Unfall in Chamonix ums Leben kamen, wuchs Bond zusammen mit seinem jüngeren Bruder Horst-Walter (!) bei seiner Tante Charmaine Bond in Pett Bottom bei Canterbury auf.

Später folgten dann – natürlich – Elite-Internat, Royal Navy und nach dem 2. Weltkrieg die Karriere im britischen Geheimdienst, zuletzt als Doppelnull-Agent mit der Lizenz zum Töten.

Hoppla: der Bruder hieß Horst-Walter? Ja, kein Witz, James und Horst-Walter Bond wurden nicht nur in Deutschland geboren, sondern lebten auch bis zum Tod ihrer Eltern in Deutschland. Das wirkliche Highlight ist aber: Romanheld James Bond wurde am 11. November 1929 in Wattenscheid geboren! Die Auswahl des Geburtsortes fiel angeblich nach einem "beschwipsten Lunch", als Flemming einen Atlas öffnete und mit geschlossenen Augen mit dem Finger eine deutsche Stadt auswählte. Wattenscheid.

Wie die englische Fangemeinde auf diese Neuigkeit reagierte, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich gab es keinen Jubel, als sie erfuhren, daß ihr berühmtester Spion ein gebürtiger "Kraut" ist. Die Filmgeschichte wird froh sein, daß er nicht in Wattenscheid geblieben ist. Filme mit dem Namen "Im Geheimdienst der Stadtverwaltung" oder "Im Angesicht der Zeche Holland" wären sicher kein Publikumsmagnet geworden. Außerdem würde sich der Name seiner Sekretärin - Miss Moneypenny – auf deutsch ganz schön bescheuert anhören. Irgendwie also doch in Ordnung, dass er als Brite Karriere machte.

Und trotzdem: was wäre, wenn Bond im Pott geblieben wäre? Sicherlich wäre die Frage nach dem Martini - gerührt oder geschüttelt? – nie in die Filmgeschichte eingegangen, sondern stattdessen das Fiege-Pils in der Bügelflasche weltberühmt. Aber 007 am Kiosk wäre auch nicht so beeindruckend wie an der Cocktailbar auf den Bahamas. Vor allem aber haben die Gänsereiter Glück gehabt. Von einem Held, der am 11.11. in Wattenscheid geboren ist, hätte man sicher erwarten können, daß er die Königswürden erlangt und dann diese Krone lange Zeit nicht abgibt. Aber schön ist es doch, dass ein Wattenscheider in so tollen Filmen spielte wie: "Die Welt ist nicht genug".

Ausgabe 06-08

 

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