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Von Kürbissen, Zimtsternen und Ostereiern

Vor 12 Monaten zeigte das Thermometer noch stolze 24 Grad und trotz der kürzer werdenden Tage waren die Biergärten voll und die Grillstationen längst nicht eingemottet. Nicht so in diesem Jahr, der Oktober zeigt sich von seiner unangenehmsten Seite und im Sauerland wurde schon der erste Schnee gesichtet. Die Zeit des Übergangs vom Sommer zum Winter wurde aber auch durch die Dekoration des Einzelhandels sichtbar. Halloween, dessen Ursprünge im keltischen Neujahrsfest Samhain liegen, hat seit längerer Zeit den Weg von Irland über die USA zu uns gefunden. Verkleiden, feiern, gruseln – auch bei uns hat Halloween inzwischen einen festen Platz im Partykalender.

Trotzdem passt da nicht alles zusammen – und das wird nirgendwo so deutlich wie im Supermarkt, wo nun die Kürbisse neben den Dominosteinen stehen. Kürbisse? Ok, warum nicht; man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Aber was machen die Dominosteine da, ist den schon Weihnachten? Ganz eilige Discounter haben bereits seit September Spekulatius, Zimtsterne & Co im Angebot.

Ist das denn noch normal? Eigentlich beginnt doch am 1. Advent die Vorweihnachtszeit und die Vor-Vorweihnachtszeit ist eine reine Erfindung des Einzelhandels. Aber da nur der frühe Vogel den Wurm fängt sind eben schon jetzt alle auf den Weihnachtszug aufgesprungen, selbst EinsLive hat seine Hörer/innen schon abstimmen lassen, ob 2 Monate vor dem Fest der Wham-Song "Last Christmas" gespielt werden soll – und natürlich wurde er gespielt!

Da muss man sich die Frage stellen, ob sich der Konsument plump austricksen lässt oder den Trick durchschaut und die Geldbörse zulässt. Letzteres wohl nicht, sonst würden die Leckereien sicher nicht in den Regalen stehen. Was aber auch nicht heißen muss, dass jede, der sich jetzt einen Lebkuchen schmecken lässt, Opfer einer infamen Werbestrategie geworden ist. Wahrscheinlicher ist, dass sich der Kunde längst nicht mehr vorschreiben lässt, was er wann kaufen soll, denn die traditionellen Aktionen verlieren eh ihre Bedeutung – siehe Sommer- und Winterschlussverkauf. Und da bekommt der Einzelhandel eben Probleme und muss sich Verkaufsaktionen ausdenken, die manchmal von entlarvender Lächerlichkeit sind. So wird ein Bochumer Baumarkt bereits jetzt mit Osterhasen (!) für die nächste Pflanzsaison. Na ja was soll´s, immerhin liegen ja auch schon ganzjährig bunte Eier in der Verkaufstheke – allerdings ohne die Bezeichnung Ostereier.

Letzten Endes spielt das für uns Kunden keine große Rolle, denn wirklich mehr Umsatz spülen diese Aktionen nicht in die Kassen, denn jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

 

 

Video - Das Gesicht 2010

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