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Scheidungsmesse

Seien wir ehrlich: auf die Frage, auf welchem Gebiet die Österreicher Spitze sind, fällt uns nicht wirklich was ein. Nun aber haben wir erfahren, wo sie ganz weit vorn liegen, nämlich beim Trennungswahn. Jede zweite Ehe wird wieder getrennt, in Wien scheitern sogar 66 von 100 Ehen. Also der ideale Ort, um die erste Scheidungsmesse zu veranstalten dachte sich Veranstalter Anton Barz, der sonst Hochzeitsmessen veranstaltet. Das Problem war nur, das negativ beladenen Image zu der Scheidungsmesse zu verändern, also nannte er die Veranstaltung "Neustart".

 

Ursprünglich sollte es nach Geschlechtern getrennte Besuchstage geben, wohl um überraschende Begegnungen und unangenehme Zankereien zu vermeiden. Letztendlich blieb es aber bei gemischten Besuchstagen, denn – so sagt Bartz - "Wenn man im Guten auseinander geht, kann auch der Scheidungstag der schönste Tag im Leben werden".

Bei der Gestaltung des Messeprogramms wurde an alles gedacht. Wer gerne wissen möchte, wie man eine Trennung ohne Rosenkrieg vollzieht, kann zu dem Thema Vorträge besuchen. Dort erfahren Eltern auch, wie sich eine Scheidung auf Kinder auswirkt oder wie man als Alleinerziehender zurechtkommt. Der Besucher erhält praktische Infos zu Ehe- und Scheidungsrecht, aber auch zu Fürsorge und Alimente-Regelung. Wem allerdings die Theorie zu grau ist, erhält auch ganz praktische Hinweise; insbesondere, wenn der eigentliche Grund für die gewünschte Trennung noch unklar ist. So erläutern Detektive, wie sie arbeiten, um wichtige Informationen über den Partner herauszufinden und eine Firma bietet Vaterschaftstests an. Auch Hilfe für "die Zeit danach" ist reichlich vorhanden. Makler halten Single-Wohnungen bereit, Reiseveranstalter bieten Wellness-Reisen an, Schönheitsexperten richten das ramponierte Ego wieder auf und wer sich sofort in ein neues Abenteuer stürzen will besucht die Partnerbörse. Trennung all-inclusiv.

Unabhängig davon, ob man eine solche Veranstaltung geschmacklos oder hilfreich findet, auch in Deutschland gibt es dafür eine gute Ausgangsposition. Jährlich scheitern bei uns rund 200.000 Ehen und in 56% der Fälle haben die Frauen den Antrag eingereicht. Erst kürzlich schlug die Fürther Landrätin Gabriele "Latex" Pauli vor, eine auf sieben Jahre befristete Ehe einzuführen, mit der Möglichkeit, sie verlängern zu können. Ein lustiger Gedanke, dass sich zwei Frauen treffen und eine fragt die andere: Na, wie lange mußt du noch? Aber dazu wird es nicht kommen, da passen schon unsere Kirchenvertreter mächtig auf, Und das es auch so geht, hat ja unsere politische Elite längst vorgemacht. Ich sage nur Schröder, Fischer, Seehofer etc.

Alle "Noch-Paare", die jetzt neidisch nach Österreich gucken, dürfen ganz beruhig sein und müssen nur noch etwas durchhalten. Scheidungsmessen in Berlin, München und auch im Ruhrgebiet sind schon geplant. Damit es dabei keine peinlichen Begegnungen gibt, hat der Veranstalter schon vorsorglich die Zielgruppe großzügig weit gefasst und damit Ausreden die Tür geöffnet.. "Sie müssen nicht verheiratet sein, um die Messe besuchen zu können" heißt es auf der Homepage. Auch Paare, die heiraten wollen, sind eingeladen, um sich zu informieren, was vorab geregelt werden kann. Vor allem aber auch jene, die sich ohne konkrete Trennungsabsicht zeitig einen Eindruck verschaffen wollen, was möglicherweise auf sie zukommt – und wenn es nur aus Gründen der Abschreckung ist.

www.scheidungsmesse.at

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009