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Vielliebchentag

Ist schenken out und Geiz immer noch geil? Der Einzelhandelsverband hat mit Erschrecken festgestellt, dass die Deutschen 2007 mit ihren Weihnachtsgeschenken geiziger waren als viele andere Nationen Europas und ihr Geld gespart haben. Gespart? Ist das nicht eine Begriffsverwirrung? Sparen bedeutet doch wohl, das Geld, das übrig ist, beiseite zu legen. Wenn aber nichts beiseite zu legen ist und vernünftigerweise nicht jeder Unsinn gekauft und verschenkt wird, zeigt dies einfach, dass viele Menschen mit ihrem Geld einfach besser haushalten (müssen). Aber jetzt gibt es eine neue Chance – zumindest für die Männer - eine ganze Branche zu erfreuen: am 14. Februar ist Valentinstag, der Tag der Liebenden!

 

Der Valentinstag beruft sich oft fälschlicherweise auf einen heiligen Valentin, dessen Märtyrerlegende ihn als Bürger und Bischof von Terni bezeichnet und dessen Gedächtnis am 14. Februar begangen wird. Allerdings gibt es zumindest seit der Reform des römischen Generalkalenders (1970) und der anschließenden Reform des Regionalkalenders für das deutsche Sprachgebiet (1972) gibt es diesen Heiligen nicht mehr - an diesem Tag und überhaupt - im Kalender. Die im Spätmittelalter in Deutschland verwendete Tagesbezeichnung Vielliebchentag gibt den Sinn des Tages nicht nur trefflicher wieder als Valentinstag, sondern löste ihn auch von der historisch nicht gegebenen Verbindung zum heiligen Valentin von Terni.

Historisch nachweisbar ist, dass seit dem 15. Jahrhundert in England Valentinspaare gebildet wurden, die sich kleine (Blumen)Geschenke oder Gedichte schickten. Englische Auswandere nahmen diesen Brauch mit in die Neue Welt (USA). Vom englischen "Tag der Liebenden" mutierte er zu einem "Tag der Freundschaft und der familiären Beziehungen", was den Aktionskreis - und natürlich die Absatzmöglichkeiten! erheblich erweiterte. Allein in den USA werden zu diesem Anlass mehr als eine Milliarde Grußkarten versandt. Von England ausgehend heißen diese Botschaften der Liebe, die hier übrigens pikanterweise anonym versandt werden, "Valentine greetings.

Der Valentinstag gewann in Deutschland erst nach dem 2. Weltkrieg an Bedeutung, denn US-Soldaten brachten ihn nach dem Krieg nach Deutschland. In Nürnberg wurde 1950 der erste Valentinsball veranstaltet und nunmehr der Valentinstag offiziell eingeführt. Seit dieser Zeit nun machen sich Verliebte kleine Geschenke wie Blumen - hier besonders Rosen -, Schokolade oder auch Parfum oder Konfekt.

Aber soll uns das wirklich stören? Schließlich haben wir später auch "Halloween" von den Amis gekriegt und in unser "Brauchtum" aufgenommen. Also, ihr Herren der Schöpfung, lasst euch mal was einfallen. Es muss ja nicht gleich ein Riesenstrauß Blumen sein. Ein Rose und ein kleines Gedicht tut es auch.

 

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