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Wettbewerb Senkrechtstarter: Professionelle Hilfe bei der Unternehmensgründung

Wie gründe ich erfolgreich ein Unternehmen?

 

Vor einigen Jahren gründeten ein Frauen-Trio und eine Designerin ihre eigenen Firmen. Von der Idee bis zur Realisierung waren viele Hürden zu nehmen. Die Wirtschaftsförderer der Stadt Bochum gaben den Jungunternehmerinnen professionelle Unterstützung - zwei beispielhafte Erfolgsgeschichten. Gerade für Frauen gibt es einige gute Gründe, sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen. Sei es die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Problematik älterer Semester, auf dem Arbeitsmarkt eine passende Stelle zu finden. Und seine eigene Chefin zu sein, hat ja auch etwas Verlockendes. Eine erfolgversprechende Idee gehört allerdings auch dazu. Dass eine gute Motivation und eine interessante Idee zwar Voraussetzung, aber nicht Erfolgsgarant sind, weiß auch Werner Fuhrmann, Sachgebietsleiter der Wirtschaftsförderung Bochum. Der branchenoffene Wettbewerb „Senkrechtstarter“ begleitet Gründungsinteressierte sechs Monate lang kostenlos von der Geschäftsidee bis zum eigenen Unternehmen. Eine tolle Sache. Trotzdem sind es mehrheitlich Männer, die dieses Angebot nutzen. „Vielleicht liegt es daran, dass viele Frauen denken, die Idee müsse irgend etwas Technisches sein“, vermutet Fuhrmann. „Oder es mag die Scheu davor sein, sich beim Wettbewerb mit den Ideen der anderen zu messen. Dabei ist das Gewinnen des Wettbewerbs nur das Sahnehäubchen“, so Fuhrmann weiter. „Viel wichtiger ist, dass die bei uns geprüften Business-Pläne den Gründern die Sicherheit erhöhen, dass in den ersten 2-3 Jahren, also in der Startphase, ihre Unternehmung auf soliden Füßen stehen wird.“ Die Bewerbung von Frauen ist also ausdrücklich erwünscht!

Drei Jungunternehmerinnen fanden eine Marktlücke

Drei Bochumer Frauen haben es geschafft, ihr Unternehmen auf eben diese solide Basis zu stellen. Im nunmehr dritten Jahr publizieren sie die Zeitschrift „Revierkind“ – Das Info-Magazin für Eltern und Kinder. Dabei schöpfen die Herausgeberinnen Goede Funke (37), Tanja Lenz-Urbach (37) und Nicola Wirtz (34) aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz als Mütter. Während ihrer Studienzeit in Karlsruhe lernte Nicola Wirtz eine Zeitschrift kennen, die Eltern mit Tipps, Terminen und Infos rund um das Thema Familie versorgt. Wieder zurück in Bochum vermisste sie diese Publikation. Sie erzählte ihren beiden Freundinnen davon und die Drei beschlossen, die Marktlücke selbst zu füllen. Doch: Wie gründet man ein Magazin? Wie stellt man einen Businessplan auf? Wie regelt man das Finanzielle? Antworten fanden die zukünftigen Unternehmerinnen bei der Wirtschaftsförderung Bochum. Die Gründungsberatung unterstütze das Trio bei der Klärung der wichtigsten Fragen, und der Wettbewerb Senkrechtstarter half, die Geschäftsidee in einen professionellen Businessplan umzusetzen. „Hätte es Senkrechtstarter und die Gründungsberatung nicht gegeben, wäre der Start mit „Revierkind“ viel schwieriger gewesen“, gibt Goede Funke unumwunden zu. Durch die Senkrechtstarter-Themenabende, die Betreuung durch einen Mentor und strukturiertes Arbeiten am Businessplan haben die Drei ihr „Revierkind“ auf feste Füße gestellt. Ihr Tipp für Gründer in spe: Teilnehmen, Netzwerken und Durchhalten. Leben kann das Trio von „Revierkind“ zwar noch nicht, aber: „Seit der ersten Ausgabe schreiben wir schwarze Zahlen“, so Lenz-Urbach. Ausdauer für eine langfristige Entwicklung zu haben, sei typisch Frau, meinen die Herausgeberinnen. Die Statistik belege dies, bestätigt die Bochumer Gründungsberaterin Elke Nagel. Frauen sind meist risikobewusster als Männer, planen solide und beziehen die Familienbedürfnisse in die Unternehmensplanung stärker ein. www.revierkind.de

Selbstbewusster mit der eigenen Idee umgehen

Auch Diplom-Designerin Annika Rinke (29), nahm vor zwei Jahren am Wettbewerb teil. Nach ihrem Studium arbeitete sie ein Jahr lang in einer Agentur: „Es war ein reines Abarbeiten von Aufträgen, kalt und unpersönlich“, so Rinke rückblickend. Ihre Geschäftsidee ist weniger innovativ denn pragmatisch. Man könnte einfach sagen, sie hat sich als Grafikerin selbständig gemacht. Und doch ist es nicht ganz so einfach. Besucht man ihre Website, www.gute-luise.com, so ist man zunächst vielleicht irritiert – man findet die Menüpunkte Grafik, Event und Taschen. Grafik ist ihr Hauptstandbein. „Die Teilnahme bei Senkrechtstarter hat mir übrigens auch gleich einige Kunden beschert - die anderen Teilnehmer benötigten Logos, Geschäftspapiere und Visitenkarten“, erinnert sie sich lachend. Der Bereich Event hat sich aus der Erstellung von Einladungs- und Platzkarten für Geburtstage und Hochzeiten entwickelt: „Irgendwann fragte mich ein Kunde, ob ich nicht einen DJ kenne.“ Damit fing es wohl an. Inzwischen plant sie für ihre Kunden komplette Feiern – von der Einladung über die Deko bis zum DJ. „Meine Kunden möchte ich auch immer persönlich kennen lernen, um mir ein genaues Bild von ihnen und ihren Bedürfnissen zu machen“, erklärt die Unternehmerin. „Man spart sich übrigens auch einige Entwürfe, wenn man die Personen kennt und einzuschätzen weiß“, erklärt die Grafikerin.

Die Taschen, die Annika Rinke entwirft, sind eher ein wenig Hobby oder Spaß, wie sie sagt. Das Nähen hat sie sich selbst beigebracht. Und auch das bringt etwas Geld. Ihre Selbständigkeit hat den Vorteil, Beruf und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Rinke ist Mutter einer kleinen Tochter. Den Wettbewerb Senkrechtstarter findet sie sehr hilfreich. „Ich hatte Ansprechpartner, bekam positive Rückmeldung und es hat mir sehr geholfen, den Weg in die Selbständigkeit überhaupt zu wagen. Man wird seiner Idee gegenüber selbstbewusster und der Wettbewerb hat mich motiviert, das Projekt auch durchzuziehen.“ Und warum „gute Luise“? „Es gibt eine Birne die so heißt“, erklärt Rinke. Ich hatte mit einer Freundin mal über einen Catering-Service nachgedacht, weil wir beide gern kochen. Den Namen hatten sie bereits: „Gute Luise“ – und darunter kann man sich sehr gut eine warmherzige Kaltmamsell vorstellen. Den Namen hat sie als Reminiszenz an die alte Idee behalten – aber nicht nur. „Gute Luise“ – das steht für traditionelle Werte wie Verlässlichkeit, die gute Seele eben.

Foto:  Werner Fuhrmann, Wirtschaftsförderung Bochum

Ausgabe 01 - 2011

 

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