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Schluss mit dem Unsinn der Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern!

Vom 8. Oktober bis zum 4. November 2009 lief der Kinospot "Schluss mit dem Unsinn" in 140 nordrhein-westfälischen Kinos. Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen macht damit auf die bestehende Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Der Kinospot wurde durch das bayerische Sozialministerium initiiert und mit Mitteln der Europäischen Union kofinanziert.

Das Thema Entgeltgleichheit - Fakten und Informationen

In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Europaweit liegt der Lohnunterschied bei rund 17 Prozent. Im Vergleich der 27 europäischen Mitgliedstaaten liegt Deutschland damit auf dem fünftletzten Platz.

Bei der Lohndifferenz von 23 Prozent handelt es sich um einen Durchschnittswert. Er errechnet sich aus den durchschnittlichen Bruttostundenlöhnen von allen beschäftigten Männern und Frauen in Deutschland. Die individuelle Lohndifferenz zwischen zwei konkreten Personen kann also anders ausfallen: Sie kann größer oder geringer ausfallen - oder auch gar nicht bestehen. Die Lücke zwischen Männer- und Frauenlöhnen zeigt, dass sich die Erwerbssituation von Frauen und Männern noch immer deutlich unterscheidet.

Es sind vor allem drei Gründe, die zur Entstehung von geschlechtspezifischen Entgeltunterschieden beitragen:

1. Frauen und Männer arbeiten überwiegend in unterschiedlichen Berufen und Branchen, in denen auch unterschiedliche Löhne gezahlt werden.

2. Mehr Männer als Frauen haben besser bezahlte Führungspositionen inne.

3. Frauen unterbrechen und reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger und länger als Männer. Bei der Rückkehr in den Beruf müssen Frauen häufig einen weniger qualifizierten Arbeitsplatz einnehmen. So führt die Berufsunterbrechung auch langfristig zu einem geringeren Einkommen.

Doch diese Faktoren reichen nicht aus, um die Lohnunterschiede vollständig zu erklären. Eine Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gemeinsam mit der Universität Konstanz durchgeführt hat, deutet darauf hin, dass auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Die Autoren der Studie stellten fest: "Wenn Personen mit gleicher Ausbildung, gleichem Beruf und gleichem Alter im gleichen Betrieb verglichen werden, beträgt der Lohnunterschied immer noch 12 Prozent."

UNTERSCHIEDE NACH BRANCHEN, ALTER UND REGIONEN

Die Lohnunterschiede werden durch Faktoren wie Branche, Alter und Region beeinflusst. In Wirtschaftszweigen, in denen viele Frauen tätig sind, sind die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen besonders hoch. Dies gilt insbesondere für diese Branchen:

Unternehmensnahe Dienstleistungen (durchschnittlich 30% Lohndifferenz), Verarbeitendes Gewerbe (29%), Handel (25%), Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (24%).

Geringere Verdienstabstände bestehen in den Wirtschaftszweigen Bergbau (6 %), Verkehr- und Nachrichtenübermittlung (8 %) sowie Gastgewerbe (13 %).

In keinem Wirtschaftszweig verdienen Frauen im Durchschnitt mehr als Männer.

Der Verdienstunterschied steigt auch mit dem Alter der Beschäftigten:

Bei 25- bis 29-Jährigen liegen die Löhne durchschnittlich nur 10 Prozent auseinander.

Bei 30- bis 34-Jährigen Frauen und Männern beträgt die Lohndifferenz bereits 15 Prozent. In dieser Lebensphase wirken sich wahrscheinlich familienbedingte Erwerbsunterbrechungen negativ für die Frauen aus.

Der Verdienstabstand steigt bei den 35- bis 39-Jährigen auf 22 Prozent.

Bei den 60-Jährigen und Älteren ist er mit 31 Prozent am größten.

Auch der Wohnort hat Einfluss auf das Gehalt von Frauen. Das Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat ermittelt, dass das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern in ländlichen Regionen mit 33 Prozent erheblich höher als in Großstädten ist, wo es nur 12 Prozent beträgt. Die Gründe: Frauen in Großstädten sind höher qualifiziert und haben dort auch bessere Beschäftigungschancen. Das DIW hat außerdem festgestellt, dass Frauen in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit höhere Verdienstabschläge als Männer hinnehmen müssen. Dies liegt vermutlich daran, dass sie aufgrund familiärer Verpflichtungen weniger mobil sind und sie deshalb auch niedrige Löhne akzeptieren müssen.

Aber auch bei besten Qualifikationen und frauenuntypischer Studienfachwahl erzielen Frauen geringere Löhne als Männer. So zeigt eine Befragung des Hochschulinformationssystems HIS, dass Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen fünf Jahre nach Abschluss ihres Studiums im Schnitt weniger verdienen als ihre männlichen Kommilitonen, auch wenn sie in den gleichen Tätigkeitsfeldern arbeiten.

SITUATION IN NORDRHEIN-WESTFALEN

In Nordrhein-Westfalen stellt sich die Situation ähnlich dar wie auf Bundesebene:

Die Lohndifferenz liegt hier im Durchschnitt bei rund 24 Prozent.

Werden die Verdienste von vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern verglichen, so beträgt der Gehaltsunterschied noch 19 Prozent.

Auch branchenspezifische Unterschiede bestehen: Im Kredit- und Versicherungsgewerbe liegt der Einkommensunterschied bei rund 27 Prozent, deutlich niedriger ist er mit 13 Prozent in der Branche Erziehung und Unterricht.

WIE KANN ENTGELTGLEICHHEIT ERREICHT WERDEN?

Entgeltgleichheit zu erreichen, ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe und fordert Anstrengungen der Politik ebenso wie der Tarifpartner. Um Chancengleichheit von Frauen und Männern im Erwerbsleben zu verwirklichen und Entgeltgleichheit zu erreichen, hat das Land viele Initiativen auf den Weg gebracht:

Zum Beispiel Maßnahmen, die das Berufswahlspektrum von Mädchen erweitern, damit sie weniger häufig in schlechter bezahlten, typischen Frauenberufen arbeiten.

Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung für Unter-Dreijährige soll Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden, damit sie nach der Geburt eines Kindes schneller wieder in den Beruf einsteigen und Vollzeit arbeiten können.

Spezielle Angebote zum Wiedereinstieg sollen die Rückkehr in den Beruf erleichtern.

Mit den Mentoring-Programmen "Kompetenz im Management (KIM)" und "Pepon - Personalpotenziale nutzen" wird der Aufstieg von Frauen in Führungspositionen unterstützt.

Mit dem Projekt "Geschlechtsspezifische Entgeltungleichheit: Lösungsansätze in der betrieblichen Praxis" fördert die Landesregierung zudem die Erprobung verschiedener Instrumente zur Reduzierung des Lohngefälles auf betrieblicher Ebene. Das praxisorientierte Modellprojekt holt Führungskräfte, Personalleitungen, Arbeitnehmervertretungen, Gleichstellungsbeauftragte und weibliche Beschäftigte mit ins Boot. Ziel ist es, Entgeltgleichheit in betrieblichen Gleichstellungsprogrammen, Leitbildern, Wertediskussionen und Managementprozessen fest zu verankern.

Natürlich setzen sich Frauen auch selbst für ihre Rechte ein. So hat zum Beispiel das Frauennetzwerk "Business and Professional Women e.V. Germany" (BPW) 2008 den ersten bundesweiten "Equal Pay Day" initiiert. Der zweite Equal Pay Day am 20. März 2009 wurde durch ein breites Bündnis aus BPW, den kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Deutschen Frauenrat und dem Verband deutscher Unternehmerinnen getragen.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

www.frauennrw.de

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009