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  Heilfasten mit Jojoeffekt

 

Alle Jahre wieder nutzen viele Menschen den Aschermittwoch als Start in eine Fastenkur. Sie verzichten auf das Essen und Trinken dafür rund drei Liter Wasser und Tee pro Tag. So wollen sie ihren Körper reinigen, entschlacken, entgiften und dabei ein paar Pfunde abspecken. Doch was ist wirklich dran, am Fasten?

Ausgabe 02.13

 





Was ist Fasten?
Fasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung für einen bestimmten Zeitraum. In der Regel beginnt das Fasten mit einem Entlastungstag, an dem nur Reis, Gemüse, Kartoffeln oder Obst gegessen wird. Am folgenden Tag wird der Darm entleert, entweder über einen Einlauf oder mit Hilfe so genannter Passagesalze. Das wird während der gesamten Fastenzeit alle zwei Tage wiederholt. Ab jetzt darf keine feste Nahrung mehr aufgenommen werden. Jedoch ist eine Nulldiät eher ungünstig, weil der Körper massiv übersäuert und einige unserer Körperzellen auf Kohlenhydrate angewiesen sind. Um die Funktion des Organismus aufrechtzuerhalten, sollten Fastende drei Liter pro Tag trinken und eine geringe Menge Kohlenhydrate (maximal 500 Kilokalorien) in Form von Ost- oder Gemüsesäften oder einer klaren Gemüsebrühe zu sich nehmen. Danach sollte man nicht sofort wieder normal essen, sondern sich langsam an feste Nahrung herantasten. Zum Beispiel mit einem gedünsteter Apfel, eine Kartoffelsuppe oder eine Gemüsebrühe mit Nudeleinlage. Am folgenden Tag dann etwas Gemüse, Salat und/oder Joghurt.

Medizinisch nicht notwendig
Immer wieder ist beim Fasten von "Entschlacken" die Rede. Doch das ist wissenschaftlich nicht belegbar, denn in einem gesunden menschlichen Organismus gibt es keine Ansammlung von Schlacken oder unverwertbaren Stoffwechselprodukten. Sie werden vielmehr ganz einfach und automatisch über die Nieren, die Leber und den Darm ausgeschieden. Durch die fehlende Nahrung verändern sich allerdings die Stoffwechselvorgänge im Körper und es können Schadstoffe, die sich im Fettgewebe abgelagert haben, vermehrt freigesetzt werden. Damit die schnell und leicht ausgeschieden werden können, sollte der Fastende rund drei Liter pro Tag trinken. Bei normaler Ernährung werden solche Stoffe auch freigesetzt, nur langsamer. Das Fasten aus medizinischer Sicht nicht notwendig, aber es ist in der Regel für gesunde Menschen unbedenklich.

Fasten ist etwas für fitte Menschen
Vor jeder Fastenkur sollte das Vorhaben mit einem Arzt besprochen werden, der das Fasten bestenfalls auch begleitet. Der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung für ein bis vier Wochen bedeutet Stress für den Körper. Der schaltet nämlich auf eine Art Notprogramm und holt sich die lebenswichtigen Kohlenhydrate aus den körpereigenen Reserven, also den Muskeln, der Leber, den Fettzellen und den Eiweißreserven. Das kann bei geschwächten oder kranken Menschen zu Risiken wie Kreislaufproblemen, Nierenversagen oder Leberschäden führen. Damit der Körper nicht die wichtigen Eiweißreserven anzapft, sollten beim Heilfasten täglich bis zu maximal 500 Kalorien aufgenommen werden.

Wer darf nicht fasten?
Schwangere, Stillende, Kinder und Senioren sollten auf das Fasten verzichten. Ebenso dürfen Menschen, die untergewichtig sind, an einer Essstörung oder einer psychischen Erkrankung leiden, die eine Nieren- oder Lebererkrankungen haben, nicht fasten.

Wer kann profitieren?
Bei vielen anderen Erkrankungen kann das Fasten hingegen die Symptome verbessern. So liegen Erkenntnisse vor, dass Schmerzen, etwa bei Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder auch bei Migräne, gelindert werden. Auch Menschen mit Hauterkrankungen und Asthma können vom Fasten profitieren. Vor allem der Verzicht auf tierische Fette scheint eine entzündungshemmende und dadurch schmerzlindernde Wirkung zu haben. Außerdem haben Forscher der Uni Bonn gezeigt, dass Hunger das Immunsystem aktiviert.

Fasten ist keine Diät
Beim Fasten verliert man zwar an Gewicht, doch wer fastet, um abzunehmen, wird scheitern. Der Körper lernt, mit ganz wenig Energie auszukommen, wenn nach dem Fasten so weiter gegessen wird wie vorher, wird man mit Sicherheit mehr zunehmen, als man vorher drauf hatte. Das ist der Jojo-Effekt. Wer abnehmen will, sollte vielmehr auf eine gesunde mediterrane Kost setzen und sich mehr bewegen. Wer dauerhaft schlanker werden möchte, sollte langsam abnehmen. Ein Kilo pro Monat ist ausreichend. Positiv werten Experten allerdings, dass durch die radikale Diät ein Bruch mit den Alltagsgewöhnungen einhergeht, was eine langfristige Ernährungsumstellung möglicherweise erleichtern kann.





 

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