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Der Reiz der Düfte

Dass die meisten Düfte – je nach individueller Vorliebe – gut riechen, ist bekannt. Dass sich mit Düften auch Emotionen und körperliche Reaktionen beeinflussen und Erinnerungen oder Sehnsüchte wecken lassen, haben Wissenschaftler inzwischen ebenfalls herausgefunden.

Düfte sind wahre Alleskönner. Sie können den Blutdruck erhöhen oder senken, die Fettverbrennung und den Stoffwechsel aktivieren, an- oder aufregen, Erinnerungen, Begierden, Sehnsüchte wecken - oder einschläfern! Lavendel, Kamille und Sandelholz schaffen es, die Gehirnaktivität sogar wirksamer zu dämpfen als Valium. Der Duft von Jasmin, Rose, Pfefferminze und Nelke dagegen regt die grauen Zellen an. Ob Rose, Orange oder Vanille: „Wir können unbegrenzt viele Düfte wahrnehmen", sagt der Duftexperte Professor Dr. Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum. Bei seinen Forschungen fand er nicht nur heraus, dass Orangenaroma Träume verbessern kann; gemeinsam mit seinem Team konnte der Duftforscher auch die ersten menschlichen Riechrezeptoren nachweisen, deren Existenz bis dahin nur bei Nagern als gesichert galten. Und noch etwas hat Hanns Hatt herausgefunden: Nämlich dass der Mensch Düfte nicht nur über die Nase aufnimmt, sondern auch über völlig ungeahnte Körperteile: „Spermien sind mit dem Maiglöckchen-Rezeptor ausgestattet und finden damit den Weg zur Eizelle. Sie folgen der Duftspur, die die Eizelle abgibt“, erklärt Hatt. Auch wenn noch nicht ganz klar ist, wie sich dieses Wissen nutzen lässt – Kosmetik-Chemiker und speziell ausgebildete Duftforscher wissen um die Macht der Düfte. Ihre Erfahrungen kommen in der Wellness-Kosmetik und Aromatherapie ebenso zum Einsatz wie bei der Entwicklung neuer Parfüms.

 

Frauen lieben Abwechselung

Der aus der lateinischen Sprache stammende Begriff Parfüm setzt sich aus den Worten „per“ = „durch“ und „fumus“ = „Rauch“ zusammen und weist damit auf den frühen Gebrauch wohlriechender Duftstoffe wie Weihrauch oder Myrrhe hin, die zu rituellen Handlungen oder Heilzwecken über dem Feuer geräuchert wurden. Besonders die Ägypter, Chinesen und Inder waren Meister in der Herstellung und Anwendung aromatischer Stoffe. So waren schon vor 5000 Jahren in Babylon Salböle aus Pflanzenextrakten, insbesondere aus Blüten, verbreitet. Heute sind es Duftkreateure, die sich das jahrtausende alte Wissen zu Nutze machen. Die richtigen Zutaten in Einklang zu bringen, Kopf-, Herz- und Basisnoten kreativ zu innovativen Düften zusammen zu stellen, gehört zu ihren Aufgaben. Genauso wie die aktuellen Trends zu kennen und neue zu entwickeln. Mal sind es eher blumige Düfte, die in den Parfümerien gefragt sind, mal eher warm-holzige. Gemäß dem Motto des deutschen Modeschöpfers Karl Lagerfeld, wonach „ein Duft die besten Augenblicke des Lebens wieder wachrufen können muss“, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass Duftliebhaber stets viele verschiedene Düfte in Benutzung haben. Dass dem – zumindest bei Männern - nicht zwingend der Fall ist, brachte eine Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau ans Licht. Demnach besitzt nur jeder dritte deutsche Mann mehr als einen Duft und kann dem Anlass entsprechend variieren. Frauen dagegen lieben die Abwechslung: knapp sechs von zehn der Befragten wechseln häufig zwischen mehreren Düften.

So wie man unterschiedliche Kleidung zu bestimmten Anlässen trägt oder nicht jeden Tag Appetit auf das immer gleiche Lieblingsessen hat, so sollte auch die Duftauswahl variieren. Zu einem eleganten Abendkleid trägt man ein elegantes Parfüm und an einem Abend, den man mit Freunden in der Pizzeria verbringt, trägt man einen lässigen, sportiven Duft.

Welcher Duft zu welchem Typ und Anlass passt, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Ausgabe 12 - 2010

 

Video - Das Gesicht 2010

Video - Das Gesicht 2009