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Aufpolstern, aufspritzen, auffüllen

Volle Lippen sind im Trend. So haben viele Frauen den Wunsch nach dem perfekten Kussmund á la Jolie. Immer öfter suchen sie Hilfe bei Plastischen Chirurgen. Spätestens seit Chiara Ohovens Schönheits-Behandlung im Jahr 2002 wissen wir, dass man mit dem Aufpolstern auch zuviel des Guten tun kann. Im Internet kursieren gruselige Bilder von wulstigen Lippen, die wie Schlauchboote im Gesicht sitzen.

Trotzdem stehen Lippenvergrößerungen auf dem Wunschzettel vieler Frauen. Für die meisten sind jedoch nicht nur Form und Größe der Lippen von zentraler Bedeutung für ihr Aussehen. Besonders störend empfinden sie die oft unvermeidlichen Lippenfältchen, die sich mit zunehmendem Alter bilden. Aber auch dagegen kann man etwas tun. Schließlich hat ein schöner Mund auch etwas mit Attraktivität und Anziehungskraft zu tun. Woman In The City befragte dazu die Hattinger Gesichtschirurgin Dr. Jihan Mohasseb (Foto).

Welche Möglichkeiten der Lippenvergrößerung gibt es?

Man kann Füllstoffe (Filler) wie Hyaloronsäure, Kollagen und Eigenfett verwenden oder auch Gewebestreifen einbringen. Die Preise für Filler liegen ab ca. 350 Euro, bei der Verwendung von Eigenfett bei ab ca. 800 Euro für die erste Behandlung. Dabei wird, wie bei einer Liposuktion, dem Körper Fett entnommen. Die Folgebehandlungen liegen ab ca. 200 Euro, da das "Material" vorhanden ist. Das Fett wird eingefroren und kann bei den nächsten Behandlungen aufgetaut und eingespritzt werden.

Silikon wird ebenfalls zur Lippenvergrößerung eingesetzt. Was halten Sie davon?

In unserer Fachgesellschaft ist man sich einig, dass permanente Filler nicht verwendet werden dürfen. Von Silikon und anderen permanenten oder semipermanenten Fillern rate ich also dringend ab.

Wie kommt es dazu, dass Lippen nach einer Vergrößerung wulstig aussehen können?

Durch das Einbringen von übermäßig viel Fillermaterial und/oder durch das Missachten der natürlichen Anatomie und Injektion an der falschen Stelle.

Was würden Sie empfehlen, um z.B. Lippenungleichheiten, wie schmale Oberlippe und große Unterlippe auszugleichen?

Ich würde die Oberlippe durch Filler vergrößern. Die Verkleinerung der Unterlippe ist fast nie notwendig. Man kann die Oberlippe auch chirurgisch vergrößern. Das hält natürlich, im Gegensatz zu den Fillern, ein Leben lang. Dabei wird ein Streifen aus dem Lippenweiß entfernt und das Lippenrot quasi "hochgezogen". Das ist ein Eingriff, den jedoch die wenigsten wollen.

Viele Frauen empfinden Lippenfältchen als störend. Was kann man dagegen tun?

Es gibt mehrere Methoden, dies anzugehen.

1. Botox, Prinzip: Muskeln entspannen – die darüber liegende Haut strafft sich. Ich persönlich mag das überhaupt nicht, weil die Mimik am Mund unglaublich wichtig ist für einen individuellen Gesichtsausdruck und eine Ungleichmäßigkeit sofort schief aussieht. Diese Behandlung wird sehr häufig durchgeführt, aber ich empfehle das aus den vorgenannten Gründen nicht.

2. Filler, Prinzip: Fältchen werden aufgefüllt. Das ist nur begrenzt einsetzbar, wenn es natürlich aussehen soll. Man muss sensibel bei der Anatomie bleiben, vielleicht die Lippenkontur nachziehen und somit von den feinen Fältchen ablenken und zusätzlich die tiefen Falten auffüllen. Übertreibt man das, sieht es aus wie bei Homer Simpson.
3. Abtragende Verfahren, Prinzip: Die oberflächliche Hautschicht wird abgetragen, durch die Wundheilung kommt es zu einer Straffung und die Falte erscheint im Verhältnis zur Hautoberfläche nicht mehr so tief. Auch hier sind verschiedene Verfahren möglich, die mit unterschiedlichen Erfolgen angewandt werden.

1. Dermabrasion (Abschleifen der Haut um den Mund herum mit einem rotierenden Schleifaufsatz)
2. Chemisches Peeling
3. Laser

Eine Laserbehandlung zur Faltentherapie ist meiner Meinung nach nicht die Methode der ersten Wahl. Ich gebe der Dermabrasion hier den Vorzug. Dazu sollte man wissen, dass man 7-10 Tage eine "Schürfwunde" um den Mund hat, die verkrustet ist und entsprechend gepflegt werden muss. Als Risiken wären Pigmentstörungen und Infektionen (selten) zu nennen. Preis je nach Verfahren ab 400 Euro.

Ausgabe 05 - 2010

 

Video - Das Gesicht 2010

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